Preise:
National Energy Globe Award Congo, The Democratic Republic of the (overall winner)

Einreicher: CDI-Bwamanda
Umsetzungsland: Congo, The Democratic Republic of the
Titel: Nachhaltige Landwirtschaft gibt Bauern im Kongo neue Perspektiven

Vor allem in den ländlichen Gebieten im Kongo bestimmt bittere Armut den Alltag der Menschen. Wichtigste Einkommensquelle ist die  Landwirtschaft. Sie wird von den Bauern extensiv, ohne Rücksicht auf die Natur, betrieben. Es geht ums tägliche Überleben, langfristiges Denken pro-Natur hat hier keinen Platz. Mit fatalen Folgen: die Böden sind ausgelaugt, Ernteerträge sinken, dies wiederum bedeutet noch weniger Einkommen und noch mehr Armut. Eine ständige Abwärtsspirale. Das wird nun anders: denn im November 2010 startete CDI-Bwamanda in Zusammenarbeit mit der Universität von Liège ein auf 4 Jahre angelegtes Landwirtschaftsprogramm im Kongo. Fokus: die Bezirke Kwilu und Bandundu. Leiter des Projektes ist der auf tropische Landwirtschaft spezialisierte Agronom Jean-Mark Ackermans. Für ihn gab es nur eine Lösung: die nachhaltige Gestaltung der gesamten Produktionskette und Bewusstseinsbildung. Denn er ist überzeugt: man muss in Harmonie mit anderen und mit der Natur leben.
 
Wichtigste Produkte in der Region sind Palmöl, Braunkohle, Cassava, Mais und Erdnüsse. CDI-Bwamanda konzentriert sich vorerst auf neue Anbautechniken, wobei Landwirtschaft mit Wiederaufforstung kombiniert wird (Agroforestry). Nun werden 500 ha Savanne mit Akazienbäumen aufgeforstet, die wiederum den unfruchtbaren Boden „anreichern“. Das Holz der Bäume steht in einigen Jahren zur Braunkohle-Produktion zur Verfügung. Zusätzlich werden 500 ha Palmölplantagen  zwischen den neu gepflanzten Waldkorridoren gepflanzt. Größere Lagerflächen werden geschaffen. Die Farmerverbände erhalten Ölpressen und Werkzeuge, für eine effizientere Verarbeitung der Produkte. Schließlich wird in die Verbesserung des 465 km-Straßennetzes investiert, auf dem die Produkte nach Kinshasa und andere Städte transportiert werden.  
 
Das 4-Jahres Programm kostet 1,9 Mio Euro. 90% der Kosten übernimmt die EU Kommission. Der Rest kommt aus Spenden und Förderungen. Rund 145 Farmer-Organisationen (200.000 Menschen)  profitieren (in)direkt davon. Durch bessere Ernteerträge, mehr Einkommen und neue Arbeitsplätze. In einer Region, in der 85% der Menschen unter der Armutsgrenze leben bringt das CDI-Bwamanda Programm jetzt Hoffnung und Zukunftsperspektiven: aus dem täglichen Überlebenskampf wird eine planbare, nachhaltige und einträgliche Landwirtschaft. Ackermans hat noch weitere Pläne: die Bienenzucht. Die Akazienbäume sind ideale Voraussetzung dafür. Honig ist ein begehrtes Produkt. Dann werden sich die Bauern auch für den Erhaltung der Wälder einsetzen. Denn Ackermans ist überzeugt: die Schaffung von Umweltbewusstsein ist eine Arbeit, die niemals endet.

  • Aufbau einer nachhaltigen Landwirtschaf
  • Gesamtbudget 4 Jahre: ca. 1,9 Mio Euro
  • Neuer Ansatz „Agroforestry“
  • Neue Produkte, effizientere Verarbeitungsmethoden
  • Zum Wohl von 220.000 Farmern




“Environment and demography are related. We cannot solve environmental problems without taking the rapid population growth into account.”

Jean-Marc Ackermans


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