Preise:
National Energy Globe Award Azerbaijan (overall winner)

Einreicher: IOM (International Organization for Migration)
Umsetzungsland: Azerbaijan
Titel: Alte Quellen bringen neues Leben in Dürrezonen Aserbaidschans

In Aserbaidschan ist Wasser Mangelware. Die Landwirtschaft in den trockensten Regionen des kaukasischen Landes liegt brach, Regionen veröden, die Umwelt leidet, Menschen wandern ab. Doch unter der Erde von Aserbaidschan gibt es riesige Wasserreservoirs: sogenannte „Kahriz“ oder „Qanat“, horizontale Brunnen, die Trink- und Nutzwasser aus den Bergen beziehen. Sie  wurden vor Tausenden von Jahren in Handarbeit zur Bewässerung der Landwirtschaft errichtet. Mindestens 1.400 solcher Kahriz (iranisch: Qanat) gibt es in 20 Regionen Aserbaidschans, nur noch 10% davon sind nutzbar. Das gesamte Trinkwasserpotenzial in Aserbaidschan schätzt man auf 2,6 Mrd. m3. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) startete daher 1999 - unter Einbindung der lokalen Bevölkerung – ein regionales Entwicklungsprojekt zur Wasserversorgung der autonomen Provinz Nakhchivan. Dazu mussten vorerst die Kahriz “wiederbelebt” werden.
 
Nur mehr wenige Menschen beherrschen das alte Handwerk der “Kankans” (Brunnengraber). IOM bildete daher Teams aus der lokalen Bevölkerung aus. Die “Kankans” arbeiten großteils unterirdisch. Ausgehend vom Mutterbrunnen graben Teams von 4-5 Personen  - meist vom Zielort des Wassers aus - etwa alle 20 bis 35 Meter brunnenartige Schächte. Diese werden durch einen bergab verlaufenden Tunnel verbunden. So erreicht das Wasser unterirdisch, ohne zusätzliche Energie den Zielort. Bis 2011 hat IOM 300 “Kankans” ausgebildet, alle haben eine fixe Anstellung und können die Kahriz auch managen. Finanziert wurde das Projekt mit internationaler Hilfe, u.a. UNDP und EU und Beiträgen der lokalen Gemeinden. Die Wiederbelebung eines Kahriz kostet zwischen einigen Tausend bis 20.000 US$.

In der Provinz Nakhchivan sind 150 Kahriz wieder funktionsfähig. Ein Kahriz versorgt mit 150 l/s fast 10.000 Menschen mit Trinkwasser oder bewässert eine Fläche von 5.000 ha – ökologisch und nachhaltig. Auf so einem Stück Land leben üblicherweise 7.000 Menschen. Die Wasserqualität ist ausgezeichnet. Bis Ende 2012 sollen 20 weitere Kahriz aktiviert werden. Die Kahriz-Systeme arbeiten ohne zusätzliche Energie, stabilisieren das ökologische Gleichgewicht und verbessern die Lebensqualität der Menschen nachhaltig. Die Instandhaltungskosten sind gering, einmal renoviert, haben Kahriz eine de facto unbegrenzte Lebensdauer. Ähnliche Wassersysteme gibt es in fast 40 weiteren Ländern weltweit. IOM will künftig auch diese Länder mit ihrem Know-How aus Aserbaidschan unterstützen.

  • Nachhaltige (Trink)Wasserversorgung in Azerbaidschan
  • Durch Revitalisierung Jahrtausende alter Wasserläufe
  • Verbesserung der Lebensqualität + Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Belebung der (Land)Wirtschaft
  • Vermeidung von Abwanderung




"It would be ideal to transfer our knowledge and share experience with other countries."

Miyeon Park


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