Preise:
National Energy Globe Award Niger (overall winner)

Einreicher: GVDsa - UGF Beto - CNES
Umsetzungsland: Niger
Titel: Niger: Wie Müllhalden zu Goldgruben werden

In vielen Städten Afrikas sind Müllberge eine Zeitbombe für die Umwelt.  Plastik, Metall, Holz, Öl und was sonst noch in den Haushalten anfällt, landet auf den Deponien. Der Müll verrottet, giftige Stoffe gelangen in den Boden und ins Grundwasser – die Umwelt leidet – und mit ihr die Menschen. Wie eine Müllhalde zur Goldgrube werden kann, zeigt ein Paradebeispiel für systematische Müllsammlung und -verwertung in Niger. 2005 vom Ingenieurwissenschafter Ali Moussa Dogo entwickelt, ist seine als Pilot gestartete Initiative ALMODO ein echtes Leuchtturmprojekt. Der zweifache Familienvater hat 12 Jahre Erfahrung in den Bereichen Abfallmanagement und Recycling. Mit der von ihm gegründeten Organisation GVD-Niger will er vor allem den ärmsten urbanen Bevölkerungsschichten helfen. Sie lernen, feste Abfallstoffe auf den Müllhalden zu sammeln, zu trennen und daraus neue, nützliche Produkte herzustellen. Diese werden wieder verkauft. Denn Moussa Dogo ist überzeugt: nachhaltige Entwicklung muss auf Basis eigener Ressourcen, lokal vorhandener Technik und lokaler Verantwortung statt finden. Der ständige Ruf um Hilfe nach Außen macht für ihn keinen Sinn. Sein Ansatz ist nicht nur in Afrika sinnvoll.
 
ALMODO ist heute ein nachhaltiges, sich selbst finanzierendes Abfall-Recyclingsystem. Es wird gemeinsam mit einer Frauenkooperative – die den Müll sammelt und trennt – in den größten drei Städten Nigers betrieben. Ziel ist die Verbesserung der Lebenssituation der ärmsten Menschen in diesen Städten. Nach dem Motto: alles ist verwertbar. Man braucht nur genügend Phantasie und handwerkliches Geschick: aus Metall, Holz, Bauschutt, organischen Abfällen, etc. entstehen eine Fülle neuer Produkte: Handkarren zur Abfallsammlung, Müllpressen, Schiefertafeln für Schulen, Ziegel, Pflastersteine, Latrinen, ja sogar organischer Dünger und Brennstoffe. Selbst Solaranlagen werden gebaut, die wiederum ausreichend Hitze zum Recycling von Plastikmüll liefert. Die Stadtverwaltungen haben den Wert dieser Initiative erkannt. Sie kooperieren mit GVD-Niger wo sie nur können. Doch auch ihr Budget ist limitiert. Moussa Dogo muss Sponsoren finden, damit sein Pilotprojekt expandieren kann. Das ist zurzeit die größte Hürde.
 
Trotz aller Schwierigkeiten lässt er sich nicht beirren. Er hat beweisen, dass seine Idee Sinn macht. Immerhin können 40 Tonnen Müll pro Tag wieder verwertet werden. Das wird deutlich sichtbar: während die Müllhalden kleiner werden steigt die Lebensqualität der Menschen. Insbesondere Frauen profitieren davon. Sie werden für den gesammelten und getrennten Müll bezahlt und haben ein regelmäßiges Einkommen. Die sanitäre Situation wird verbessert. Es entstehen neue, leistbare und dem lokalen Bedarf entsprechende Produkte und damit ein neuer Markt. Umwelt und Klima werden geschont: durch weniger Deponieentgasung, weniger Belastung des  Grundwasser, organischen Dünger für die Landwirtschaft, Erzeugung sauberer Energie, weniger Abholzung der Wälder für Brennstoffe, etc. Moussa Dogo hat noch viel vor. Er setzt auf die Jugend. 2011 gründete er das ALMODO Umweltbildungszentrum. Damit soll das entsprechende Bewusstsein vor allem an Schulen vermittelt werden.

  • Abfall-Recycling als Einkommensmodell für ärmste Stadtbewohner
  • Wiederverwertung von 40 Tonnen Müll pro Tag
  • Herstellung und Verkauf neuer Produkte
  • Regelmäßiges Einkommen auch für Frauen
  • Umwelt- und Klimaschutz durch Recycling




“You have to fight poverty with appropriate solutions.”

Ali Moussa Dogo


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