Preise:
National Energy Globe Award Cuba (overall winner)

Einreicher: CIDEM. Universidad Central de las Villas
Umsetzungsland: Cuba
Titel: Vom Professor zum grünen Bambus-Unternehmer

Fernando Martirena-Hernandez arbeitet als Universitätsprofessor am Forschungsinsitut der Uni von Santa Clara (CIDEM). Hier lebt er auch mit Frau und Kind. Eine intakte Umwelt ist ihm ein großes Anliegen. Auch, den Menschen in seinem Land zu helfen. Bis 1980 wurde in Kuba in großem Stil Zucker und Reis angebaut. Die extensiven Monokulturen führten zur Ausdünnung des Bodens, was im Jahr 2000  mit schweren Ernteeinbrüchen endete. 30% der landwirtschaftlichen Flächen waren nicht mehr nutzbar. Kuba hatte aber auch seine liebe Not mit Möglichkeiten für Klein- und Mittelbetriebe. Der Bausektor lag immer wieder wegen chronischem Zementmangel brach. Dieser Mix von Problemen inspirierte den Professor zu einem „grüne Businessprojekt“:  den Aufbau einer florierenden und öko-freundlichen Bambuswirtschaft.
 
Bambus gedeiht im tropischen Klima von Kuba hervorragend. 2005 startete CIDEM mit einem Pilotprojekt. Die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) beteiligte sich mit 59%. Weil das Projekt erfolgreich lief, genehmigte das Landwirtschaftsministerium Kubas das nationale Bambusprogramm, das jetzt landesweit umgesetzt wird. Bis 2014 sollen sich 80 Gemeinden aus 14 Provinzen an diesem Programm beteiligen und insgesamt 20.000 ha Bambus anpflanzen. Das Projekt hat auch sehr positive Auswirkungen auf die Umwelt: Wiederaufforstung, CO2-Bindung aus der Luft, Rückgewinnung von Böden und Schutz der Wassereinzugsgebiete.

Bis heute hat Bambus das Leben von 145.000 Personen in 53 kubanischen Gemeinden vorteilhaft verändert. 1.590 Arbeitsplätze und 9.100 Teilzeitstellen wurden geschaffen. Fast 40% davon für Frauen.  Auch die Umwelt atmet auf: durch die Bambusaufforstung von 5.900 ha – und dadurch Rückgewinnung von 1.790 ha zerstörtem Boden. Durch die Bindung von  1.436.800 Tonnen CO2. 244 Klein- und Mittelbetriebe entwickelten 16 Produktlinien aus Bambus. Aus der Bambus-Produktionskette entstehen jährlich 479.200 m3 Holz. Das bringt höhere Einkommen in 37 Gemeinden und weniger Abhängigkeit von externen Ressourcen. Was Kosten/Nutzen betrifft brachte ein investierter Schweizer Franken einen Rücklauf von 6 Schweizer Franken. Für Wohnbauprobleme in ländlichen Gemeinden (Mangel an Zement!) gibt es jetzt Alternativen. Alle, die in der Bambusproduktion involviert sind, haben ein Netzwerk gebildet und eine Webseite zum Thema erstellt.

  • Aufbau eines lokalen Bambusmarktes
  • 244 neue Klein- und Mittelbetriebe
  • 16 neue Produktlinien, tausende Arbeitsplätze
  • 5.900 ha Bambusaufforstung
  • 436.800 Tonnen CO2-Bindung




“The next generation of housing in Latin American can be cheap, sustainable and adaptable to climate change.”

Fernando Martirena-Hernandez


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