Preise:
National Energy Globe Award Mauritania (overall winner)

Einreicher: International Fund for Agricultural Development (IFAD)
Umsetzungsland: Mauritania
Titel: Solarenergie bringt Licht in die Schulen von Mauretanien

Junge Menschen in Europa wissen heute viel über den Klimawandel. In der Theorie. Kaum jemand kann sich vorstellen, welch verheerende Wirkungen er wirklich haben kann. In afrikanischen Ländern zum Beispiel. Freilich auch im Zusammenhang mit selbst verursachten „Verstärkern“: wie etwa Abholzung der Wälder, Bodenerosion, Bewässerung in Konkurrenz mit Trinkwasser, usw. Diese realen Auswirkungen Jugendlichen in Italien bewusst zu machen, hat sich Cristiana Sparacino zur Mission gemacht. Die italienische Wirtschaftsexpertin, die an der London School of Economics auch noch Landwirtschaft und Entwicklungspolitik studierte ist IFAD Programmkoordinatorin. Ihr Ziel: Solarenergie in ausgewählte Dörfer Mauretaniens zu bringen. Über Schulpartnerschaften zwischen heimischen und Mauretanischen Schulen. Im Rahmen eines gemeinsamen Programms von IFAD und ENEA (= italienische Agentur für neue Technologien, Energie und nachhaltige Wirtschaft). Ihr Projekt heißt sinnigerweise „Educarsi a Futuro“ – sich für die Zukunft bilden.
 
Die Elektrifizierung in Mauretanien liegt bei rund 25%. Die Situation in den Städten ist besser. Die meisten Haushalte am Land verwenden noch Petroleumlampen zur Beleuchtung, nur 1% der ländlichen Haushalte haben Zugang zu Strom – vorwiegend über Dieselgeneratoren. 95% des Energiebedarfs in Mauretanien wird über Erdöl abgedeckt. Das Potenzial für Solarenergie ist groß: mit etwa 8 Sonnenstunden täglich liegt es bei rund 4 bis 6 kWh/m²/Tag. Für Sparacino ein Grund mehr, Mauretanien beim Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien zu helfen. Erste Herausforderung war die Auswahl der Partnerschulen, die mit Solarpanelen ausgerüstet werden sollten. Dann die Einsetzung von Gruppen zur Koordination und Betreuung. Und schließlich gab es noch viel Papierkram für die Zusammenarbeit mit ENEA zu erledigen.
 
Heute profitieren 10 Schulen in Mauretanien von den Solarpanelen am Dach. Eine 10m2 Photovoltaikanlage kostet etwa US$ 5.000 – das Geld kam von ENEA. Die Schüler erleben täglich die Annehmlichkeiten der Sonne in einer ganz anderen Form: durch saubere, sichere und leistbare Energie. Das Projekt passt auch in das neue Energiekonzept der Regierung von Mauretanien: sie will klare Rahmenbedingungen für Erneuerbare Energien schaffen. Vor allem für die Elektrifizierung ländlicher Gebiete. Solarenergie wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Bis 2020 hat man sich große Ziele gesetzt: die Elektrifizierung der Dörfer soll dann 40% erreichen. Der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Energiemix soll bis 2015 auf 15 %, bis 2020 auf 20% steigen (Quelle: REEEP) Für das Projekt von IFAD/ENEA ein positives Signal und ein Ansporn weiter zu machen. Auch in Burkina Faso wurden schon 10 Schulen ausgerüstet. Jetzt wollen IFAD/ENEA auch anderen Ländern der Sub-Sahara helfen, die Sonne als saubere Energiequelle zu nutzen. Trotz all dieser großen Pläne findet Sparacina noch Zeit, an der Uni Rom III ländliche Entwicklung zu unterrichten. Ganz im Sinne ihres Mottos: Nichts geschieht zufällig. Zum Entspannen liest und reist sie, oder verbringt die Zeit mit Ihrem Partner und ihren 5 Neffen und Nichten.

  • Solarenergie für Mauretaniens Dörfer
  • 8 Stunden Sonne täglich statt Petroleumlampen und Dieselgeneratoren
  • Schulen werden mit Solarpanelen ausgerüstet
  • saubere, sichere und leistbare Energie von der Sonne
  • klare Rahmenbedingungen für Erneuerbare Energien




“Invest in the youth for a better tomorrow.”

Cristiana Sparacino


Kategorie: Fire