Viele Dörfer in Laos hängen nicht am nationalen Stromnetz. Die Energie kommt aus lokalen Energiequellen – vielfach aus Wasserkraft. In der trockenen Jahreszeit führen aber die Flüsse wenig Wasser. Dann braucht man zusätzlich Solarenergie oder Dieselgeneratoren. Eine gute Lösung musste her. Sunlabob – mit der Firmenchefin Ann Moey – startete ein innovatives Pilotprojekt. Die Pädagogin und Elektronik-Expertin war von ihrer Idee überzeugt.  Auch davon, dass kein Weg an  Erneuerbaren Energien und Umweltschutz vorbei geht. Das sollten alle wissen und lernen. Am besten durch ein anschauliches Beispiel. Sie rief das Nam Kha Projekt ins Leben – das erste Projekt in Laos, bei dem ein entlegenes Dorf selbst erzeugten, sauberen Strom in das nationale Energienetz einspeist. Und damit Geld verdient.

Private Investoren legen ihr Geld nicht gerne in dörflichen Energieprojekten an. Es zahlt sich einfach nicht aus. Oder doch? Ann Moey trat den Gegenbeweis an – mit einer neuen Investmentidee: öffentliche Investoren – hier eine Kooperation zwischen dem Dorf Nam Kha, Helvetas, ENTEC und Sunlabob – finanzierten die Kosten für den Bau der Infrastruktur: Dämme, Zuläufe, Kanäle, Gebäude, das Netz und weitere Strukturen. Der private Investor kam für  die beweglichen Anlagen auf: Turbinen, Generatoren, Solarpaneele, Batterien, etc. Betreiber ist ein „privater Energieversorger“ – in diesem Fall Sunlabob. Er bildet auch das dörfliche Energie-Komitee aus, das die Anlage später selbst betreut. Energie wird schließlich an das Dorfnetz verkauft, das Komitee verkauft es wieder an die Haushalte und kleinen Betriebe. Im Mai 2007 errichtete Sunlabob das erste „Kombi-Strom-Dorfnetz“. Und zeigte allen: es funktioniert. Nicht ganz ohne Pannen. Vor allem die Ausbildung der „Energiebetreuer“ war schwierig. So brachte etwa ein nicht genehmigtes Schweißgerät das Stromnetz zum Kollabieren und erschütterte das Vertrauen der Dorfbewohner für lange Zeit.

Das Nam Kha Projekt war das erste Public-Private Partnership Projekt in Laos mit einem Einspeisetarif für das öffentliche Netz. Die Haushalte haben 24 Stunden pro Tag leistbaren Strom für Beleuchtung, ein TV-Gerät oder ein Radio. Die Anlage produziert jährlich 175.200 KWh. Der Energieverbrauch pro Tag liegt bei rund 24KWh. Da bleibt noch genügend Spielraum. Die Stromversorgung eröffnet neue Möglichkeiten, mehr Einkommen zu erwirtschaften. Kleine Firmen – wie Tischlereien und Schweißerein – haben sich angesiedelt. Die Landwirtschaft wird belebt: Reismühlen und Wasserpumpen sind im Einsatz. Für Sunlabob ist das Projekt leider ein Verlustgeschäft geworden. Ann Moey macht trotzdem weiter. Sie möchte weitere Dörfer an das zentrale Stromnetz bringen und  ihr Investmentmodell für ganz SO-Asien adaptieren. Denn sie weiß: technologisch und sozial ist Nam Kha ein Vorzeigeprojekt. Besonders freut sie sich mit den Dorfbewohnern, die jetzt in ihrer Freizeit in der neuen Vergnügungshalle Karaoke singen oder spannende Filme im Kino besuchen. "/>







Preise:
National Energy Globe Award Lao People's Democratic Republic (overall winner)

Einreicher: Sunlabob Renewable Energy
Umsetzungsland: Lao People's Democratic Republic
Titel: Sauberer Strom bringt Wohlstand, Karaoke und Kino in entlegene Dörfer

  Viele Dörfer in Laos hängen nicht am nationalen Stromnetz. Die Energie kommt aus lokalen Energiequellen – vielfach aus Wasserkraft. In der trockenen Jahreszeit führen aber die Flüsse wenig Wasser. Dann braucht man zusätzlich Solarenergie oder Dieselgeneratoren. Eine gute Lösung musste her. Sunlabob – mit der Firmenchefin Ann Moey – startete ein innovatives Pilotprojekt. Die Pädagogin und Elektronik-Expertin war von ihrer Idee überzeugt.  Auch davon, dass kein Weg an  Erneuerbaren Energien und Umweltschutz vorbei geht. Das sollten alle wissen und lernen. Am besten durch ein anschauliches Beispiel. Sie rief das Nam Kha Projekt ins Leben – das erste Projekt in Laos, bei dem ein entlegenes Dorf selbst erzeugten, sauberen Strom in das nationale Energienetz einspeist. Und damit Geld verdient.

Private Investoren legen ihr Geld nicht gerne in dörflichen Energieprojekten an. Es zahlt sich einfach nicht aus. Oder doch? Ann Moey trat den Gegenbeweis an – mit einer neuen Investmentidee: öffentliche Investoren – hier eine Kooperation zwischen dem Dorf Nam Kha, Helvetas, ENTEC und Sunlabob – finanzierten die Kosten für den Bau der Infrastruktur: Dämme, Zuläufe, Kanäle, Gebäude, das Netz und weitere Strukturen. Der private Investor kam für  die beweglichen Anlagen auf: Turbinen, Generatoren, Solarpaneele, Batterien, etc. Betreiber ist ein „privater Energieversorger“ – in diesem Fall Sunlabob. Er bildet auch das dörfliche Energie-Komitee aus, das die Anlage später selbst betreut. Energie wird schließlich an das Dorfnetz verkauft, das Komitee verkauft es wieder an die Haushalte und kleinen Betriebe. Im Mai 2007 errichtete Sunlabob das erste „Kombi-Strom-Dorfnetz“. Und zeigte allen: es funktioniert. Nicht ganz ohne Pannen. Vor allem die Ausbildung der „Energiebetreuer“ war schwierig. So brachte etwa ein nicht genehmigtes Schweißgerät das Stromnetz zum Kollabieren und erschütterte das Vertrauen der Dorfbewohner für lange Zeit.

Das Nam Kha Projekt war das erste Public-Private Partnership Projekt in Laos mit einem Einspeisetarif für das öffentliche Netz. Die Haushalte haben 24 Stunden pro Tag leistbaren Strom für Beleuchtung, ein TV-Gerät oder ein Radio. Die Anlage produziert jährlich 175.200 KWh. Der Energieverbrauch pro Tag liegt bei rund 24KWh. Da bleibt noch genügend Spielraum. Die Stromversorgung eröffnet neue Möglichkeiten, mehr Einkommen zu erwirtschaften. Kleine Firmen – wie Tischlereien und Schweißerein – haben sich angesiedelt. Die Landwirtschaft wird belebt: Reismühlen und Wasserpumpen sind im Einsatz. Für Sunlabob ist das Projekt leider ein Verlustgeschäft geworden. Ann Moey macht trotzdem weiter. Sie möchte weitere Dörfer an das zentrale Stromnetz bringen und  ihr Investmentmodell für ganz SO-Asien adaptieren. Denn sie weiß: technologisch und sozial ist Nam Kha ein Vorzeigeprojekt. Besonders freut sie sich mit den Dorfbewohnern, die jetzt in ihrer Freizeit in der neuen Vergnügungshalle Karaoke singen oder spannende Filme im Kino besuchen.

  • Dörfliche Energieversorgung mit Anschluss ans nationale Stromnetz
  • Leistbarer Strom für Dorfbewohner
  • Einspeisetarife verbessern Dorfbudget
  • Ansiedlung neuer Betriebe
  • Neue Karaoke-Halle mit Kino




“To live life without any regrets.”

Ann Moey


Kategorie: Fire