Preise:
National Energy Globe Award Chad (overall winner)

Einreicher: ACRA- Cooperazione Rurale in Africa e America Latina
Umsetzungsland: Chad
Titel: Neuer Küchenherd lässt Wälder im Tschad leben

Die meisten Menschen im Tschad leben in Armut – Lebensgrundlage sind Viehzucht und Landwirtschaft. Wegen des ausgeprägten Wüstenklimas wird das Land oft als „Totes Herz von Afrika“ bezeichnet. Die Viehherden grasen die letzten grünen Flächen ab, die Wälder drohen zu verschwinden – der Bedarf an Holzkohle ist groß, sie verpufft täglich in den nicht sehr effizienten Kochherden. Die Situation im Logone Tal entlang des gleichnamigen Flusses ist besonders schlimm. Täglich fallen Bäume, um den Brennholz-Bedarf abzudecken. Das fördert die Wüstenbildung, der Fluss versandet regelrecht bzw. führt immer weniger Wasser. Nahrung wird knapp, es kommt zu Konflikten unter den Menschen. Das rief die italienische Stiftung ACRA  auf den Plan. Sie ist seit 1968 in Afrika und Lateinamerika tätig. Im Kampf gegen die Armut stellt sie finanzielle, technische und logistische Hilfe bereit. Angela Melodia von ACRA hat das Projekt zum Energy Globe eingereicht.
 
Der Erhalt der Wälder im Longone Tal war oberstes Ziel für ACRA: der Wald - als Wiege des Wassers, Lebensraum für Tiere, als Klimastabilisator und Grundlage für die Landwirtschaft.  Aus Erfahrung wusste die Stiftung, was zu tun war: die Kochherde mussten effizienter werden – solche Modelle gibt es schon. Das Schwierige dabei: man musste das für eine Region passende Modell finden und eventuell noch adaptieren. Vier Eckpunkte bestimmten das ACRA Projekt im Tschad: der Einsatz der besten Technologie  - entsprechend den Bedürfnissen der Menschen. Die Ausbildung von Handwerkern zum Bau der Öfen und die Errichtung von 500 Prototypen. Die Einschulung der Frauen an den neuen Herden. Und schließlich musste man die Menschen vom Vorteil der neuen Öfen überzeugen.

Zuerst wurde der optimale Herd für die Region bestimmt. Das erledigte ACRA gemeinsam mit seinem  Partner CETAMB. Die Wahl fiel auf das zentralafrikanische Herdmodell (CAM). Lokale Handwerker bauten schließlich 500 Öfen. Aus lokalen und gebrauchten Materialien. 310 Herde wurden bereits „an die Frau gebracht“, 190 sind noch auf Lager. 23 Handwerker wurden von ACRA ausgebildet. Sie geben ihr Know-How weiter. Auf diese Weise entsteht ein kleiner, florierender Markt für Küchenherde. Frauen wurden auf die Nutzung der Herde eingeschult und erhielten Unterricht in Marketing und Vertrieb. Jetzt haben ACRA und CETAMB eine Bauanleitung für den Herd erarbeitet. Damit kann die Ausbildung und Umsetzung überall und immer statt finden. Die Anleitung wird an die lokalen Verbände und Gemeinden verteilt. Auch mit diesem Projekt hat ACRA vielen Menschen im Tschad geholfen. Das Longone-Tal ist eines von 65 Entwicklungsprojekten, das die Stiftung seit 2010 in 12 Ländern umgesetzt hat. In Summe hat ACRA damit die Lebensqualität von fast 700.000 Menschen verbessert. Weitere Projekte stehen an. ACRA ist zuversichtlich und folgt unbeirrt dem Leitspruch: den einzigen Kampf, den man verliert, ist der, den man aufgibt.

  • Einführung effizienter Kochherde im Longone-Tal
  • Ausbildung von 23 Handwerkern für den Herdbau
  • Herstellung von 500 Herd-Prototypen
  • Verwendung gebrauchter lokaler Materialien
  • Ausbildung von Frauen in Vertrieb und Marketing




“The real goal is to have the will to achieve it!”

ACRA – Annual Social Report2009


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