Preise:
National Energy Globe Award Solomon Islands (overall winner)

Einreicher: Tuo Community Based Organisation
Umsetzungsland: Solomon Islands
Titel: Tuo darf nicht versinken!

Tuo ist ein kleines Dorf auf den Reef Islands in der Provinz Temotu auf den Solomon Inseln. Über 1.000 Menschen leben dort – zumeist Bauern und Fischer. Frauen sammeln Früchte und bauen Gemüse an. Der durch den Klimawandel steigende Meeresspiegel bedroht Traditionen und Lebensgrundlage der Dorfbewohner. Die Zentralregierung – fernab – kennt die Nöte der Menschen in Tuo kaum. Hilfe von dort ist daher kaum zu erwarten. Der Entwicklungshelfer und freie Journalist Lawrence Nodua engagiert sich für die Menschen in Tuo. Als ältester von 7 Geschwistern ist er es gewohnt, den Ton anzugeben, zuzuhören aber auch zu versöhnen. Er gründete die Tuo Community Based Organisation und wurde Sprachrohr der Dorfbewohner. Mit ihnen will er die aktuellen Probleme auf der Insel dokumentieren. Um Lösungen zu finden, aber auch die Behörden aufzuklären. Damit die Welt aufwacht. Denn vielleicht gibt es das Dorf bald nicht mehr. Das Projekt wird von der UNESCO unterstützt.
 
Die Menschen in Tuo wundern sich. Jedes Jahr Veränderungen – immer rascher. Sie erinnern sich noch an die Zeiten, in denen das Leben vorhersehbar und planbar war. Mit intakter Natur, reichen Fischgründen, reichen Ernten und stabilen sozialen Strukturen. Vor allem ältere Menschen spüren das schmerzlich. Nodua wollte ihre Geschichten hören, um aus der Rückblende die Veränderungen messbar zu machen. Das Misstrauen war anfangs groß. Einige glaubten, das Projekt würde mit viel Geld finanziert, und es stünde eigentlich ihnen zu. Nadua fragte beharrlich weiter. Gezielt, in Diskussionen, zu bestimmten Themen. Etwa über den Bezug zur Umwelt im täglichen Leben, Traditionen, Legenden, Bräuche, Glaube und Religion. Traditionelle Ressourcen, wie Gemüseanbau und -ernte, Kanubau aus Bäumen, Fischfang, etc. Die Ergebnisse waren bestürzend. Veränderte Wasserströmungen, steigende Wassertemperaturen, das Sterben von Korallen und Seegurken, weniger Fische, schlechte Ernten, usw.
 
Aus den Berichten der Menschen spricht oft pure Verzweiflung. Dorfvorstand John Selwyn Nokali: „…ich habe keine Kontrolle mehr über meine Leute. Kultur und Traditionen verfallen ebenso wie die vorher intakte Natur…“. Der Fischer John Akeso: „…vor 20 Jahren fing ich in einer Stunde ein Kanu voller Fische. Heute sind es 2-3 Fische an einem ganzen Tag…“. Mary Nogonyigi, betagte Dorfbewohnerin:  die Ernte bei Brotfrüchten wird immer schlechter. Unser Nahrungsgrundlage schwindet…“. Der Matrose Palusi Blind Bato: „…früher orientierte ich mich am Meer an der  Strömung, heute ist das nur mehr verwirrend…“. Jessie Sakinga, betagte Mutter: „…bis in die 90er Jahre schmeckte das Wasser aus den Brunnen gut. In den 90er Jahren bekam es einen sauren Geschmack. Ob das der steigende Meeresspiegel ist?“.  Chris Low, Gemeinschaftsvorstand: „…die Bodenerosion passierte schleichend. In den 90er Jahren wurde sie offensichtlich. Der Wandel der Gezeiten ist Schuld…“. Nodua lässt die Menschen sprechen. Sein Bericht soll aufwühlen. Jetzt hat er die NGO OceansWatch Solomon Islands gegründet. Um besser helfen zu können. Doch auch er braucht Hilfe. Die erhofft er sich über die Energy Globe Plattform…

  • Steigender Meeresspiegel bedroht Reef Islands/Solomon Inseln
  • Dokumentation der Veränderungen
  • Durch direkte Befragung der betroffenen Dorfbewohner
  • Für Bericht an die Behörden
  • Unterstützt von UNESCO




“Be there to serve others.”

Lawrence Nodua


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