Preise:
National Energy Globe Award Benin (overall winner)

Einreicher: Nature Tropicale ONG, Member of IUCN
Umsetzungsland: Benin
Titel: Solar Home Kits statt Wegwerfbatterien

Benin ist zu 80% von Stromimporten – vorwiegend aus Ghana – abhängig. Ländliche Gebiete sind gerade einmal mit 2% elektrifiziert. Wegwerfbatterien sind oft die einzige „Energiequelle“ für ländliche Gebiete. Sie werden zur tickenden Zeitbombe – Tonnen giftiger Stoffe, vor allem Quecksilber - landen jährlich im Boden und in den Flüssen. Sie bedrohen die Lebensgrundlage der Menschen – Nahrung aus Landwirtschaft und den Flüssen. Josea Sagbo Dossou-Bodjrenou, seit 1996 Direktor der NGO Nature Tropical, setzte dem ein Ende. Als Absolvent der Universität von Benin und Experte für Artenschutz, Umwelterziehung und Ressourcenmanagement, wusste er, was zu tun ist. Seine Vision: ein Benin, in dem der Strom sicher und sauber aus der Sonne kommt. Das würde viele Probleme seines Landes mit einem Schlag lösen. Zielgebiet war die 70.000 Einwohner-Stadt Dangbo im Queme Flussdelta im Süden Benins. Die tropisch-feuchte Region ist Teil der RAMSAR-Schutzgebiete.
 
Dossou-Bodjrenou’s wichtigstes Ziel: über Solar Home Kits Solarenergie zu den Menschen bringen und ein Sammelsystem für Batterien aufzubauen. Größte Hürden: Vorurteile gegenüber Solarenergie (zu teuer) und überhöhte Erwartungen in den Solar Home Kit: er sollte nach den Vorstellungen der von Mangel geplagten Bewohner den gesamten Energiebedarf auf einmal abdecken: Beleuchtung, Aufladen des Mobiltelefons, Kühlung von Eiswasser, PC, Kopiermaschine und Internet. Dossou-Bodjrenou kannte das Problem von ähnlichen Projekten in Costa Rica oder Bhutan und gab nicht auf. Mit Postern, Quiz, Informationsbroschüren,  Wandkalendern und Workshops wurde ein Umdenken in Richtung erneuerbarer Energien erreicht. Die Jugend spielte hier eine wichtige Rolle.
 
Heute bringen viele Solarkits (12-200 Volt) in Dangbo Licht in die Häuser der Menschen, betreiben ein TV-Gerät, einen Ventilator und laden Mobiltelefone auf. Die Öllampen werden schrittweise ersetzt. Die Haushalte bekommen Starthilfe mit Kleinkrediten und sind weniger energieabhängig. Das Geld zahlen sie in Raten zurück. Batterien werden fachgerecht gesammelt und entsorgt. Gesamte Projektkosten: knapp 650.000 US$, die mit Geldern der Süd-Süd Kooperation und Partnern, u.a. IUCN finanziert wurden. Dossou-Bodjrenou ist überzeugt: die Solarisierung Afrikas ist eine große Herausforderung. Sie ist eine wirtschaftliche, ökonomische und leistbare Alternative. Und sie spart Afrika den Import von Mrd. Tonnen Öl, reduziert CO2 Emissionen und vermeidet giftige Wegwerfbatterien.

  • fachgerechtes Sammelsystem für leere Batterien
  • Solar-Kit für Beleuchtung, Handy aufladen, Eiswasser, PC, Kopiermaschine, Internet
  • Sonnenstrom statt Öllampen
  • Reduktion von CO2 Emissionen und Vermeidung giftiger Wegwerfbatterien
  • umfassendes Info-Material mit Postern, Quiz, Wandkalendern und Workshops




“We need rational management of nature for a better life on earth.”

Josea Sagbo Dossou-Bodjrenou


Kategorie: Fire