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Erde

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Waschmittel mit Seele: Von Vorarlberg in die ganze Welt

Projekt: Bio Wasch- und Reinigungsmittel unter sozialer Fertigung

Einreicher: PLANET PURE Produktions und Handels GmbH

Bundesland: Vorarlberg

Auf der intensiven Suche nach neuen, pflanzlichen Rohstoffen und der Entwicklung eigener Produktionskompetenz hat das Vorarlberger Unternehmen Planet Pure im Jahre 2011 das 1. Bio zertifizierte Waschmittel auf den Markt gebracht. Planet Pure ist seit 2013 Österreichs führendes Unternehmen, das ein Vollsortiment an Bio Wasch- und Reinigungsmittel herstellt. Dahinter steht der Wunsch, mit gutem Beispiel voranzugehen, um neue Wege aufzuzeigen und damit die Welt und die Menschen positiv zu unterstützen. Planet Pure Produkte enthalten keinerlei chemische Stoffe, sind biologisch leicht abbaubar und schädigen weder Umwelt noch die Gesundheit. Bei der Produktion wird auf Atomstrom verzichtet. Die Energie kommt aus Wasserkraft und anderen umweltfreundlichen Ressourcen. Es werden auch keine tierischen Stoffe verwendet. Natürliche Abfallprodukte aus der Produktion werden bei Planet Pure zu Biogas weiter verarbeitet.

Vom Rohstoffeinkauf in Entwicklungsländern, bis über die Verarbeitung in Österreich wird auch großer Wert auf soziale Gerechtigkeit gelegt. Ab der Gründung 1999 als 1 Mann Unternehmen beschäftigt Planet Pure heute 15 Mitarbeiter am Standort Hörbranz, sowie bis zu 10 Mitarbeiter von „Menschen brauchen Menschen“ und dem Frauenhilfswerk „Integra“. Planet Pure Indien etwa, wo je nach Saison 30 Menschen in der Rohstoffverarbeitung tätig sind, sorgt für faire Arbeitsbedingungen, Löhne und prüft deren Einhaltung vor Ort. Rohstoffe wie Waschnüsse und Seifenkraut werden bei Kleinbauern gekauft, um diese zu unterstützten. In China arbeiten 3 Personen im Vertrieb. In den USA wird gerade eine Produktion vor Ort aufgebaut.

Planet Pure Produkte findet man in über 15 Ländern, in Österreich in allen SPAR Filialen. 2014 sollen weitere Produkte für „Personal Care“ auf den Markt kommen. Größte Herausforderung bei der Umsetzung der international anerkannten Unternehmensphilosophie war das Festhalten an den eigenen Werten trotz Finanzierungsdruck und kein Zurückfallen in das klassische Unternehmerdenken der kurzfristigen Gewinnmaximierung. Als weiteres Sozialprojekt soll in diesem Jahr ein Patenprojekt verwirklicht werden. Dabei soll mit den Vertriebspartnern 1% des erwirtschaften Umsatzes hilfsbedürftigen Kindern in Not im Rahmen von Patenschaften zu Gute kommen. Planet Pure wurde 2010 mit dem österreichischen SPRA Award für Nachhaltigkeit ausgezeichnet.

•    Erstes Bio Waschmittel in Österreich
•    Faire Produkte in 15 Ländern
•    Grüne Produktionskette mit sozialer Gerechtigkeit

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Nominierte:

Der Erde zuliebe: Passivhaussupermarkt schafft neue Standards

Projekt: Passivhaussupermarkt Pinswang

Einreicher: Architekt Raimund Rainer und Firma MPREIS

Bundesland: Tirol

Der Passivhaus-Supermarkt in Pinswang/Tirol ist ein eindrucksvolles Beispiel für ressourcenschonendes und energiesparendes Bauen, was noch durch die gelungene Einbindung in die umliegende Naturlandschaft unterstrichen wird. Ziel von Architekt Raimund Rainer und der Firma MPREIS war die Einführung des Passivhausstandards in einem Lebensmittelsupermarkt und die Aufbereitung des Marktes dafür. Die zugrunde liegende Philosophie spricht für sich: Man nehme Steine aus dem Lech und Beton vom Schotterwerk in der Nachbarschaft, Blätter aus dem Auwald und baue daraus: EIN PASSIVHAUS.

Der langgestreckte Bau liegt parallel zur Straße an der Zufahrt im Osten, ins Lechtal inmitten eines prachtvollen Naturgebietes. Errichtet wurde das Gebäude aus veredeltem Sichtbeton,der aus vom Lech angeschwemmten Kieselsteinen im nahmen Betonwerk erzeugt wird. Die Blattreliefe in der betonierten Decke stellen den Bezug zum angrenzenden Auwald und Naturschutzgebiet her. Die luftdichte und hoch wärmegedämmte Gebäudehülle und ein Windfang verhindern unkontrolliertes Austreten der temperierten Luft nach außen. Die Wärmerückgewinnung aus der Raumlüftung schafft Behaglichkeit im Supermarkt und bewirkt einen niedrigen Energieverbrauch zu vertretbar geringen Mehrkosten. Der Heizwärmebedarf wird zur Gänze von der Wärmerückgewinnung aus den (optimierten) Kühlanlagen und der Lüftungsanlage abgedeckt. Weil die Lebensmittelkühlung den Hauptenergiebedarf des Supermarktes ausmacht sind sämtliche Kühlanlagen mit Türen versehen. Auf dem Dach des Marktes wurde eine Photovoltaik-Anlage errichtet. Das Gebäude ist somit auch klimafreundlich, da es keine fossilen Energieträger einsetzt.

Die Mehrkosten für die Maßnahmen liegen bei ca. 2 – 3 % der Kosten. Das Projekt amortisiert sich in wenigen Jahren. Besonders erwähnenswert ist die Behaglichkeit im Verkaufsraum: es gibt keine kälteabstrahlenden Kühlmöbel, Sommer und Winter herrscht eine gleichmäßige Raumtemperatur. Im angeschlossenen Café genießt man diese Vorzüge mit Blick über die schöne Landschaft durch die wärmeschutzverglasten Scheiben. Wegen der erwiesenen Praxistauglichkeit will der Bauherr, die Firma MPREIS, in Zukunft verstärkt auf die Passivhausbauweise setzen. Motor der Idee war Architekt Raimund Rainer. Mit viel Überzeugungsarbeit und seinem Leitsatz, das zu tun, was er für richtig hält, ist die Umsetzung eines Leuchtturmprojektes gelungen, das Vorbild für die Zukunft ist.


•    Passivhaus-Supermarkt in Tirol
•    Lokale Baumaterialien – optimale Einbindung in Naturlandschaft
•    Energieautark und klimafreundlich

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Green Intelligence aus Wien: Neues Verfahren holt Milchsäure aus Biodiesel

Projekt: Konvertierung von Glycerin in Milchsäure 

Einreicher: ab&cd innovations GmbH

Bundesland: Wien

Über 90 Prozent aller Chemikalien werden aus Erdöl erzeugt, das von Jahr zu Jahr knapper wird. Verfahren, mit denen industrielle Nebenprodukte zu hochwertigen C hemikalien umgewandelt werden, sind daher viel gesucht. Der Chemiker DI Dr. Amitava Kundu hat sich mit seiner Wiener Firma ab &cd innovations (Advanced Biocommodities and Chemically Developed Innovations) auf genau das spezialisiert. Der Wunsch, vorhandene Reststoffe als neue Ressourcen effizient zu nutzen und auf dieser Basis ein nachhaltiges, wirtschaftlich tragbares Geschäftsmodell zu entwickeln, führte zu einer weltweit beachteten Innovation: einem neuen Verfahren zur Konvertierung von Glycerin zu Milchsäure. Bisher gelang dies nur auf fermentativem Weg und war mit hohen Investitionen verbunden. Die neu entwickelte Methode ermöglicht die Integration in die Biodieselanlagen – damit kann der Produzent selbst anfallende Reststoffe verwerten und vermarkten.

Mit dem neuen Verfahren können aus einer Tonne des in der Biodieselanlage anfallenden Rohglycerins 800 kg der begehrten Milchsäure hergestellt werden. Die Technologie wird derzeit im Rahmen eines Pilotprojektes für die industrielle Produktion vorbereitet. Zu den größten Herausforderungen zählten u.a. die Sicherstellung der Finanzierung sowie manche chemische und verfahrenstechnische Entwicklungsschritte. Interessanter dabei: mit diesem Projekt wird gleichzeitig die Lücke zwischen Überangebot und steigender Nachfrage geschlossen. Denn bedingt durch die weltweit wachsende Biodiesel- und Fettsäureproduktion kommt es zu einem Überschuss an Glycerin, das hier als Nebenprodukt anfällt. Damit einher geht ein dementsprechender Preisverfall. Gleichzeitig steigt der globale Bedarf an Milchsäure.

Denn Milchsäure ist ein begehrter Rohstoff in der Medizintechnik, Lebensmittel-, Pharma-, Kosmetik- und chemischen Industrie. Mit seinem bahnbrechenden Verfahren hat Kundu sein Lebensmotto verwirklicht: ihm ist es wichtig, Ideen umzusetzen, für die man sich wirklich begeistern kann und die der ganzen Welt nützen. Kundu gilt als Pionier der „Green Technology”, und wurde schon bald nach der Gründung von ab &cd innovations 2012 mit dem Sonderpreis „Start Up – Ressourceneffizienz” des Österreichischen Staatspreises für Umwelt- und Energietechnologie ausgezeichnet.



•    Innovatives Verfahren zur Gewinnung von Milchsäure aus Biodiesel
•    Ressourcenschonung
•    Grünes Geschäftsmodell

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