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Energy Globe Tirol 2017

Vorzeigeprojekt erneuerbarer Energieversorgung der Tirol Milch in Kooperation mit den Stadtwerken Wörgl ausgezeichnet

Der "Energy Globe Award for Sustainability" gilt als einer der weltweit bedeutendsten und renommiertesten Umweltpreise. Am Mittwoch, 4. Mai 2017 hat LHStv Josef Geisler die Tirol Milch für ihr innovatives Wärmerückgewinnungsprojekt gemeinsam mit den Stadtwerken Wörgl bei einer Pressekonferenz mit dem Tiroler Energy Globe 2017 prämiert. Mit der Energie aus der in der Produktion nicht mehr benötigten Wärme, die früher einfach verpuffte, können nun umgerechnet 640 Haushalte versorgt werden.

„Für die Tirol Milch ist die ressourcenschonende Verwendung von Energie ein wichtiges Anliegen. Neben betriebswirtschaftlichen Aspekten gehört der sorgsame und sparsame Umgang mit allen Energieträgern zu unserer Unternehmenskultur“, erklärt Gen.Dir. DI Josef Braunshofer, Geschäftsführer der Tirol Milch. Trotz massiver Investitionen in die Steigerung der Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien am Wörgler Standort z.B. durch die Errichtung eines Biomasseheizwerks und einer Photovoltaikanlage, stand noch immer eine große Menge an Abwärme im Niedrigtemperaturbereich, mit immensem, ungenutzen Energiepotenzial, zur Verfügung. Für die vielfältigen Erhitzungsprozesse in der Milchverarbeitung wird ein Temperaturniveau von über 60-70°C benötigt, welches mittels einer Biomassebefeuerung erreicht wird. Die dabei entstehende Abwärme habe eine weit niedrigere Temperatur und sei daher im eigenen Betrieb nicht wirtschaftlich einsetzbar. „Die Erkenntnis, dass Energie vorhanden ist, jedoch nicht ausreichend intern genutzt werden kann, brachte uns auf die Idee, nach anderen Möglichkeiten der Energieverwertung zu suchen“, erklärt Braunshofer. Bei den Stadtwerken Wörgl – Sorglos Energie stieß man auf offene Ohren und schon war jemand gefunden, der auf die ungenutzte Energie zurückzugreifen konnte. „Die Tirol Milch garantierte uns, Energie und Platz zur Verfügung zu stellen, wenn wir uns um die technischen Maßnahmen zur Einbindung und Übertragung an unser bestehendes Fernwärmeverteilnetz kümmern“, erklärt Mag. (FH) Reinhard Jennewein, Geschäftsführer der Stadtwerke Wörgl die Kooperation. Seit 2016 fungiert die Tirol Milch somit als eine Art Energielieferant – ein Geschäftsfeld, welches nicht unbedingt als Kernkompetenz einer Molkerei gilt. „Beide Seiten mussten Kompromisse eingehen, um eine Win-Win-Situation zu generieren. Die erzeugte Energie aus Abwärme ist vollständig produktionsabhängig, gleichzeitig müssen wir unsere KundInnen lückenlos und konstant mit Wärme versorgen. Diese beiden sehr konträren Ziele galt es in Einklang zu bringen – und das haben wir geschafft“, freuen sich der für Energieeffizienz zuständige Tirol Milch Geschäftsführer Herbert Altendorfer und Jennewein unisono, als sie den Energy Globe 2017 entgegennehmen.

Die Tirol Milch hat schon früh auf die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen gesetzt. Im Zuge der Standortzusammenlegung der Tirol Milch am Standort Wörgl wurde 2009/2010 das Biomasse-Heizwerk eröffnet. „Mit der Einspeisung der in der Produktion entstehenden Abwärme in das Fernwärmenetz wurde im Sinne der bäuerlichen Kreislaufwirtschaft ein weiterer Schritt in Richtung Energieeffizienz gesetzt“, freut sich LHStv Josef Geisler über den wichtigen Beitrag zur Erreichung der Energieautonomie Tirols. Insgesamt liege in der Nutzung von Abwärme noch großes Potenzial. „Die Tirol Milch und die Stadtwerke Wörgl haben diesen Energieschatz im Sinne von TIROL 2050 energieautonom gemeinsam nutzbar gemacht. Dafür gebührt ihnen der Tiroler Energy Globe“, zeichnet LHStv Geisler die beiden Unternehmen mit dem renommierten Umweltpreis aus.

Innovatives Projekt soll zur Nachahmung animieren
Überzeugt war die Jury vor allem vom Innovationsgehalt des in Tirol einmaligen Projekts, das sich zudem positiv auf die Umwelt und Ressourcenschonung auswirkt. Das Projekt könne als Vorbild für andere Betriebe bzw. Energieversorger dienen, die Industrieabwärme nutzen möchten. In einem Jahr konnten 12.800 MWh Energie an die Stadtwerke Wörgl übergeben werden. Dies entspricht einem Versorgungsäquivalent von über 640 Haushalten. Die Einsparung bei den CO2-Emissionen gegenüber kalorischer Energieerzeugung entspricht über 3.000 Tonnen jährlich. „Dieses Projekt verdeutlicht erneut, welche unglaublichen Effizienzpotenziale im Bereich Raumwärme möglich sind“, betonte DI Bruno Oberhuber, Geschäftsführer von Energie Tirol. „Das stimmt positiv für unsere Vision eines energieautonomen Tirols. Immerhin brauchen wir alleine ein Viertel des Tiroler Energiebedarfs zum Heizen unserer Wohnungen. Um diesen Bedarf aus erneuerbaren Quellen zu decken, braucht es genau solcher Vorzeigeprojekte – und diese gilt es zu würdigen“, so Oberhuber.

Bildunterschrift v.l.n.r.: Mag. Reinhard Jennewein, GF der Stadtwerke Wörgl,
Markus Mayr, Betreuer Energiezentrale Tirol Milch Wörgl,
Tirol Milch Obmann Stefan Lindner, Dir. Ing. Herbert Altendorfer, GF Tirol Milch,
LHStv Josef Geisler, DI Bruno Oberhuber, GF Energie Tirol und Mag. Othmar Frühauf, Stadtwerke Wörgl freuen sich über die Auszeichnung.

Bildrechte: Energie Tirol