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Energy Globe Vorarlberg 2017


3. März 2017: Dieses Jahr wurden gleich 2 Projekte wurden dieses Jahr mit den Energy Globe Vorarlberg ausgezeichnet! Wir gratulieren ganz herzlich!

Götzis senkt Energieverbrauch um 1% pro Jahr

Sicherstellen soll das ein umfassendes Maßnahmenpaket, das Schulen, Kindergärten, Vereine und die Bevölkerung einbezieht. Dafür wurde die e5-Gemeinde von Landesrat Erich Schwärzler mit dem Energy Globe Vorarlberg ausgezeichnet. Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Firma Morscher Bau- und Projektmanagement für die Errichtung Vorarlbergs energeeffizientester Wohnanlage.

Frederik heißt das Maskottchen, das den Kindergartenkindern und Schülern in Götzis zeigt, wie Energie gespart werden kann. Dabei vermittelt die bunte Maus Tipps und Tricks, die zuhause einfach umgesetzt werden können. „So werden die Kinder zu Energiedetektiven, die den Eltern zuhause zeigen, was im Haushalt relativ einfach möglich ist“, so „energie.bewusst.götzis“-Projektleiterin Isabella Schnetzer.

Vereine und Bevölkerung sind der Schlüssel
Damit das Ziel, den Energieverbrauch in der Gemeinde um jährlich ein Prozent zu senken, erreicht werden kann, sind alle Götznerinnen und Götzner gefordert. Sie sollen vor allem über Multiplikatoren angesprochen werden, also auch über Vereine. Die Feuerwehr ist einer davon. Mit eigener PV-Anlage auf dem Dach des Feuerwehrhauses und einem speziellen Energiecheck wolle sie nicht nur zur Sicherheit der Bürger beitragen, sondern auch zur Energieautonomie, erklärt Feuerwehrkommandant Rainer Büsel.

Die Gemeinde macht es vor
Die Gemeinde selbst beteiligt sich ebenfalls aktiv am Erreichen des Ziels und motiviert die eigenen Mitarbeiter, Kindergärten und Schulen über ein Bonusmodell. Wird beispielsweise in einem Kindergarten der Energieverbrauch reduziert, fließen die eingesparten Energiekosten an den Kindergarten zurück und können für Anschaffungen außerhalb des zugewiesenen Budgets verwendet werden. Ein Teil der Mittel wird in weitere Effizienzmaßnahmen investiert. Über ein umfassendes Energiecontrolling können die Einsparungen nachgewiesen und quantifiziert werden, so Schnetzer.

Energy Globe Jury ist sich einig
„Die Vielfältigkeit der abgestimmten Maßnahmen, das logische Ineinandergreifen der Aktivitäten gepaart mit einem klaren Ziel – jährlich um ein Prozent besser zu werden -  zeichnen das Projekt aus. Es ist nicht die Innovation der Einzelmaßname, sondern die breite Palette an Ideen und Aktivitäten, die Vorbildwirkung im Gemeindebereich und die Zugänge auf verschiedene Zielgruppen, die das Projekt hervorhebt“, fasst Josef Burtscher, Geschäftsführer des Energieinstitut Vorarlberg und Vorsitzender der Jury die Begründung für die Preisverleihung zusammen.

Vorbildlicher Wohnbau als zweiter Preisträger
Aufgrund der hohen Qualität der Einreichungen wurden heuer zwei Energy Globes vergeben. Morscher Bau und Projektmanagement wurde für Vorarlbergs energieeffizienteste Wohnanlage ausgezeichnet. Die Anlage in Langenegg produziert mehr Energie, als sie verbraucht und wurde als erstes Gebäude in Vorarlberg als „Passivhaus plus“ zertifiziert. Neben der hohen Ausführungsqualität zu leistbaren Kosten freuen sich die Bewohner der Anlage über Heizkosten, die laut Errichter Günter Morscher „pro Wohnung und Monat dem Gegenwert eines kleinen Biers entsprechen.“
Das als Passivhaus plus zertifizierte Gebäude zeigt vorbildhaft ein energetisch optimiertes und ökologisch hochwertiges Wohnbauprojekt, das zu leistbaren, ortsüblichen Kosten umgesetzt werden konnte. Ein Gebäude, das mehr saubere Energie erzeugt als für den Betrieb benötigt wird, ist ein wichtiger und richtiger Schritt in die Zukunft, so die Begründung der Jury.




RÜCKBLICK: Gewinner Energy Globe Vorarlberg 2016

Innovatives Brüderpaar auf dem Weg zur Energieautonomie


Die Energiepioniere Bernhard und Tobias Ilg wurden für ihr umfassendes Engagement für eine nachhaltige Energieversorgung mit dem Energy Globe Vorarlberg 2016 ausgezeichnet.

Seit 2002 betreiben die Gebrüder Ilg in Dornbirn ein Heizwerk mit zugehörigem Nahwärmenetz. Über 250 Objekte versorgen sie zuverlässig mit Wärme, die zu 100% aus erneuerbaren Energieträgern bereitet wird. Die Biomasse fürs Heizwerk stammt zur Gänze aus regionaler Produktion. Der möglichst effiziente Einsatz des kostbaren Brennstoffs ist den beiden ein Herzensanliegen, stolz sind sie auf ihr Heizwerk, in dem nicht nur modernste Technologie, sondern auch viel Herzblut steckt.

Einzige funktionsfähige Anlage dieser Größenordnung
Richtig zu glänzen fangen die Augen der beiden aber erst dann an, wenn sie über ihr neuestes Kind sprechen: einen Schwebebettvergaser, in dem Holz über einen Vergasungsprozess in Strom und Wärme umgewandelt wird – als Rest bleibt hochwertige Aktivkohle übrig, die derzeit zur Verbesserung von Ackerböden verwendet und in den Naturkreislauf zurückgeführt wird. Die Anlage ist die einzige in ihrer Größenordnung in Europa, die erfolgreich im Vollbetrieb geführt wird und zuverlässig Strom produziert. „Wir tüfteln laufend an der Anlage, um den Wirkungsgrad möglichst hoch zu halten und keine Energie zu verschenken“, so Tobias Ilg. Die Idee zur Anlage entstand, weil das Wärmenetz auch im Sommer Energie fürs Warmwasser bereitstellen muss. Das lässt sich mit der Abwärme aus der Stromproduktion perfekt bewerkstelligen.

Lediglich Energie zu produzieren, ist zu wenig
Doch „nur“ Energie zu produzieren, reicht den beiden Pionieren nicht, auch wenn sich die Produktion mittlerweile vom Heizwerk bis zur Stromproduktion mittels Holzvergasung, Photovoltaikanlage und sogar einem kleinen Windrad am Dach des Heizwerks erstreckt. So haben die beiden ihr Engagement auf eine nachhaltige Betriebsmobilität ausgeweitet und sind elektrisch oder mit Biodiesel unterwegs. Besonders erfreut die beiden aber, dass sie von zahlreichen Gruppen und Schulklassen besucht werden, die sich vor Ort vom breiten Spektrum nachhaltiger Energieproduktion und –nutzung begeistern lassen.

Energy Globe für umfassendes Engagement
Für ihr breit gedachtes Engagement für die Energieautonomie wurden Bernhard und Tobias Ilg mit dem Energy Globe 2016 ausgezeichnet. „Das Vorbild EnergieWerk Ilg ist mehr als ein Leuchtturm, es ist ein sicheres, geradliniges Gehen in eine mach- und leistbare Energieautonomie“, begründet der Vorsitzende der Jury und Geschäftsführer des Energieinstitut Vorarlberg, Josef Burtscher, die Entscheidung zur Vergabe.
Der Energy Globe wird seit 1999 jährlich an innovative Projekte im Energie- und Umweltbereich vergeben. Der Vorarlbergsieger nimmt an der österreichweiten Vergabe des weltgrößten Umweltpreises teil. In Vorarlberg wird der Energy Globe vom Energieinstitut Vorarlberg kuratiert. Heuer wurden in Vorarlberg Projekte von 14 Einreichern juriert.

Sieht unspektakulär aus, hat es aber in sich: der Schwebebettvergaser im EnergieWerk Ilg produziert Strom für fast 300 Haushalte.

Das EnergieWerk Ilg beheimatet einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung und liefert Wärme und Strom für über 250 Objekte.

Energiegeladene Pioniere: die Gebrüder Ilg wurden für ihr umfassendes Engagement mit dem Energy Globe ausgezeichnet.

Bilder frei für den Druck, Bildnachweis: EnergieWerk Ilg (1+2), Energieinstitut Vorarlberg (3).