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ENERGY GLOBE Austria 2017

Kategorie Erde


Kategoriesieger

RE²BA Reuse und Recycling von Batteriesystemen aus der Elektromobilität

Einreicher: Saubermacher Dienstleistungs AG
Bundesland: Steiermark

Elektromobilität hat sich in Österreich in den letzten Jahren trotz massiver Förderungs- und Bewusstseinsbildungsmaßnahmen nur schleppend etabliert. Ein wesentlicher Grund hierfür sind die höheren Kosten im Vergleich zu traditionellen Mobilitätstechnologien, insbesondere durch die notwendige Hochvoltbatterie, deren Entwicklungskosten aufgrund der bisher geringen Produktionsmengen noch rückverdient werden müssen. Solche Batteriesysteme werden bei einem Absinken des Energiepotentials auf ca. 80% für die Mobilität nicht mehr verwendet, stellen aber trotzdem noch einen hohen Wert dar, der in einem Recyclingprozess jedoch nur zum Teil (Sekundärrohstoffe, Energie) generiert werden kann. Mehrere Projekte und Studien zum Thema Elektromobilität haben gezeigt, dass mögliche Nutzer bei Kostengleichheit oder nur geringen Mehrkosten sehr wohl bereit sind, in diese neue Technologie zu investieren. Um Elektromobilität flächendeckend zu etablieren, müssen daher insbesondere die Batteriekosten nachhaltig gesenkt werden. Dies kann einerseits auf Produktionsebene erreicht werden, andererseits aber auch durch die Hebung sämtlicher Kostensenkungspotentiale in der Wertschöpfungskette. Aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht ist daher eine Verlängerung der Lebensdauer eines Batteriesystems durch Second Life Applikationen („Reuse“) sowie eine möglichst hohe stoffliche Verwertungsquote („Recycling“) anzustreben. Damit werden Ressourcen geschont, die Abhängigkeit von Rohstofflieferanten vor allem aus dem asiatischen Raum verringert und Wertschöpfung in Österreich bzw. Europa generiert. Das in den Jahren 2014 – 2016 durchgeführte Forschungsprojekt RE²BA hat sich zum Ziel gesetzt, Reuse- bzw. Recyclingmöglichkeiten für Lithium-Ionen basierte Batteriesysteme aus der Elektromobilität zu untersuchen und damit die Elektromobilität insgesamt billiger zu machen. In der Verwendung der gebrauchten Batteriesysteme als lokale Speichereinheiten für die Speicherung von Energie aus erneuerbaren Energieträgern ist eine nachhaltige und wirtschaftliche Second Life-Applikation gefunden worden, während ein bereits entwickelter Prozess für das stoffliche Recycling für diese Batteriesysteme validiert wurde. Wird durch die Verlängerung der Lebensdauer eines Batteriesystems die Produktion eines neuen Batteriesystems vermieden, so können 25 % der spezifischen CO2-Emissionen oder ca. 31 kg/kWh eingespart werden.

  • Reuse- und Recycling für Batteriesysteme
  • Kosten für Elektromobilität werden gesenkt
  • 25% weniger CO2-Emissionen
  • Schonung von Ressourcen
  • Wertschöpfung bleibt in Europa



weitere Nominierte:

Repair Café Villach - unruhestandAKTIV

Einreicher: unruhestandAKTIV, Verein
Bundesland: Kärnten

UnruhestandAKTIV war auf der Suche nach Möglichkeiten, Arbeitssuchende 50+, Pensionisten und Jugendliche „offline“ zu vernetzen und Fähigkeiten sichtbar zu machen. Es sollten soziale Kontakte stattfinden, die Teilnahme sollte einfach sein, Diversität gelebt und Anerkennung geschaffen werden. Es sollte Spaß machen und über die Gruppe auch einzelne Personen gefördert werden. Die Gesellschaft hat in das Wissen und die Fähigkeiten der Generation 50+ bereits über Aus-, Fort- und Weiterbildung viele Jahre und Geld investiert. Dieses Wissen, angereichert durch Erfahrung, liegt allerdings nun brach. UnruhestandAKTIV hat deshalb das erste Repair Café in Kärnten im März 2015 initiiert und verfolgt damit 3 Hauptziele: Wertschätzung der Arbeitsuchenden 50+ durch Anerkennung und sinnvolles Tun, generationenübergreifende Bewusstseinsbildung sowie Umweltschutz durch Reparieren und Wiederverwendung von Gegenständen, die eine kommerzielle Reparatur nicht lohnen, statt diese wegzuwerfen. Seit seiner Gründung wurden insgesamt 1500 Dinge bei 25 Repair-Treffen repariert. Mehr als 40 aktive Experten treffen sich einmal im Monat und reparieren Textilien, Elektrogeräte, Elektronik, Computer, Holz- und Metallgegenstände. Dadurch konnte unruhestandAKTIV ca. 1500 Kilogramm an CO2-Ausstoß vermeiden. An den Treffen werden auch nicht mehr gebrauchte Geräte angenommen, die anschließend an bedürftige Personen und Familien verschenkt werden. Der Anteil der verschenkten und wiederverwendeten Geräte liegt pro Veranstaltung bei ca. 20%. Repair Café Villach ist zusätzlich aktiv in der Kooperation mit Schulen, bringt den Reparatur-Gedanken direkt dorthin und bindet Jugendliche in die Reparaturarbeit mit ein.

  • Kaputte Gegenstände werden repariert und wiederverwendet
  • Ältere Menschen können ihr Wissen einbringen
  • Reparatur von 1500 Dingen bei 25 Treffen
  • 20% der Geräte werden an Bedürftige verschenkt
  • Ressourcenschonung und Senkung von CO2-Emissionen



Textile Recycling Initiative

Einreicher: Lenzing AG
Bundesland: Oberösterreich

Aktuell fallen bei einer Weltbevölkerung von ca. sieben Milliarden Menschen jedes Jahr mehr als 50 Millionen Tonnen Kleidungsabfälle an. Etwa 80 Prozent der gesamten Abfälle werden jedoch nicht recycliert, sondern landen größtenteils auf Deponien. Dies ist eine riesige Verschwendung, da beispielsweise der Anbau von Baumwolle sehr ressourcenintensiv ist. Es werden sehr große Mengen an anderweitig nutzbarer Ackerfläche, Wasser und Pestiziden benötigt. Ein sehr anschauliches Beispiel für diesen großen „Ressourcenhunger“ ist das Verschwinden des Aralsees. Zwar gibt es in der Textilbranche bereits in geringem Ausmaß Verfahren zum mechanischen Recycling, allerdings werden die Fasern dabei sehr stark geschädigt und verlieren an Festigkeit und damit an Qualität, sodass sie zumeist nicht mehr oder nur eingeschränkt für ihren ursprünglichen Einsatzzweck, die Textilherstellung, geeignet sind. Die Lenzing AG hat sich daher intensiv mit den Themen Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz in der Bekleidungsindustrie auseinandergesetzt. Ziel des Projektes war es, Baumwollabfälle in Form neuwertiger Lyocellfasern zu recyclieren. Bei dieser Faserinnovation handelt es sich um die weltweit erste in größerem Maßstab am Markt verfügbare Faser, die als Rohstoff Zellstoff aus Holz und Zellstoff aus Zuschnittabfällen aus der Produktion von Baumwollbekleidung enthält. Das Projekt hat globalen Charakter und kann als Modell für die gesamte weltweite Bekleidungsindustrie angesehen werden. Es ist die erste praktische Umsetzung eines Kreislauf-Modells für Baumwollabfälle innerhalb der Modebranche. Die Abfälle der Textilproduktion werden zu neuen Rohstoffen recycliert. Für eine erste beispielhafte Abschätzung der Umwelteffekte wurde eine Lebenszyklusanalyse durchgeführt. Diese ergab, dass sich die bereits sehr positive Umweltbilanz der Fasern der Marke TENCEL® in der Faser der Marke RefibraTM weiter verbessert.

  • Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz in der Modebranche
  • Recycling von Baumwollabfällen
  • Weltweit erste recyclierte, hochwertige Cellulosefaser
  • Nochmalige Verbesserung der Umweltbilanz der Faser der Marke TENCEL®



Sonnenstrom, bleifrei bitte - wie die Photovoltaik durch Forschung noch grüner wird

Einreicher: CTR Carinthian Tech Research, AIT Austrian Institute of Technology
Bundesland: Kärnten

Die Photovoltaik-Branche nutzt sowohl für die Solarzellen- als auch Modulherstellung bleihaltige Komponenten, die nach der Modullebensdauer wieder recycelt werden. Die Nutzungsdauer heutiger Photovoltaik-Module wird auf 20 bis 25 Jahre geschätzt. Das klingt zwar lang, aber dennoch ist diese Zeitspanne begrenzt. Es stellt sich also die Frage, was mit den Modulen nach ihrer Nutzung passiert. Mit steigender Anzahl weltweit eingesetzter PV-Module sollte das Ziel sein, das Schwermetall Blei zu ersetzen oder erst gar nicht zu verwenden. Wissenschaftler des AIT Austrian Institute of Technology und des Forschungszentrums CTR Carinthian Tech Research untersuchten, durch welche Ansätze und Methoden sich der Bleianteil in der Produktion reduzieren und bestenfalls verhindern lassen kann. Der Verzicht auf Blei ist technisch nicht ganz trivial, aber möglich. Es kommt auf das Zusammenspiel mehrerer Faktoren an: Welches Produktionsequipment nutzt der PV-Hersteller, welche Prozesse werden verwendet, wie gut laufen sie, wie ist die Zellqualität oder welche verfügbaren Alternativmaterialien und Technologien gibt es? Dieses Zusammenspiel optimal zu steuern ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Gemeinsam mit der Industrie wurde 2014 vom AIT das europäische Forschungsprojekt „InnoModu“ mit einer Laufzeit von 18 Monaten initiiert und geleitet. Langfristiges Ziel war es, PV-Module ökoeffizient und nachhaltig zu produzieren, damit sie sich von Anbietern aus Asien abheben. Die Solarstrom-Kunden können dadurch nicht nur ihren eigenen „grünen“ Strom produzieren, sie haben auch das gute Gefühl, dass ihre Solarstromanlage ressourcenschonend hergestellt wurde. Das Forschungsprojekt „InnoModu“ ist bereits abgeschlossen und die daraus erzielten Forschungsergebnisse fließen in das laufende Projekt „Infinity“ mit ein, was zu einer weiteren Qualitäts- und Nachhaltigkeitssteigerung von PV-Modulen „Made in Austria“ beitragen wird. Im entwickelten Konzept werden Solarzellen bleifrei mit strukturierten Verbindern verklebt anstatt verlötet, was den Bleianteil von ca. 20 Gramm in einem PV-Modul auf nahezu null reduziert. Zudem erzielte man eine Leistungssteigerung von 1,7 Prozent. Erste Module wurden produziert und mit der Stadt Villach fand man einen Pionier, der die bleifreie PV-Anlage installierte und deren Praxistauglichkeit belegt.

  • Bleianteil in PV-Modulen wurde fast auf null reduziert
  • In Österreich hergestellte Photovoltaik-Module
  • Leistungssteigerung von 1,7%
  • Praxistauglichkeit der neuen PV-Module ist belegt
  • Nachhaltige und effiziente Produktion



VIEW. Verein Initiative ethisch wirtschaften

Einreicher: VIEW. Verein Initiative ethisch wirtschaften
Bundesland: Salzburg

VIEW ist eine Non-Profit-Spedition, die im Wirtschaftskreislauf nicht verwertbare Lebensmittel vor der Entsorgung bewahrt und daher Ressourcen schont. VIEW holt genießbare Lebensmittel bevorzugt von Produktionsbetrieben in großen Warenposten ab und beliefert mit diesen gemeinnützige Einrichtungen in kleinen bedarfsgerechten Mengen. Kostenfreie und zeitnahe Abholung unverkäuflicher Produkte als Alternative zum Entsorgen bringt Unternehmern Kostenersparnis und rasche Lagerleerung. Durch einfache Abwicklung, d.h. durch nur eine einzige Kontaktaufnahme und Übernahme der gesamten Überschussmenge, wird den Unternehmern ressourcenverantwortliches Handeln leichtgemacht. Seit seinem Bestehen hat VIEW in Salzburg und Umgebung mehr als 340.000 kg Lebensmittel vor dem Müll bewahrt. Bei Vorträgen über die lebensmittelrettende Tätigkeit von VIEW in Schulen, Clubs, etc. wird auf die Verantwortung jedes Einzelnen für Ressourcenschonung in seinem Privathaushalt hingewiesen. Vor der Gründung von VIEW im Februar 2007, damals unter dem Namen „Salzburger Tafel“, gab es zwischen München und Wien keine vergleichbare Organisation. Es gab in Salzburg und Umgebung viele soziale, gemeinnützige Einrichtungen, die aus den Überschüssen der Wirtschaft, d.h. des Handels, einen Teil ihres Lebensmittelbedarfs decken. Da in der Produktion wesentlich größere Überschüsse als im Handel anfallen, bieten Übernahmen von Teilmengen durch mehrere soziale Einrichtungen bei einem Produzenten für diesen keine attraktive und praktikable Lösung, um von der Praxis des Entsorgens abzugehen. Die Gründerin und Obfrau von VIEW, Doris Kiefel, sah daher Bedarf an einer Organisation, die zum Zweck der Ressourcenschonung Produktionsbetrieben eine einfache, unbürokratische und schnelle Möglichkeit des Nicht-Entsorgens bietet.

  • Lebensmittel werden vor der Entsorgung bewahrt
  • Mehr als 340.000 kg Lebensmittel vor dem Müll gerettet
  • Vorträge über Ressourcenschonung
  • Soziale Einrichtungen werden mit Lebensmitteln versorgt
  • Einfache Abwicklung für Produktionsbetriebe


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