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ENERGY GLOBE Austria 2018

Kategorie Erde


Kategoriesieger

Gemeinschaftliches Wohnen Garsten, Bischofshof ""Mayr in der Wim""

Einreicher: Architekturbüro Dipl.Ing. Fritz Matzinger
Bundesland: Oberösterreich

Die rund 13.000 Vierkanthöfe in Ober- und Niederösterreich sind eine bedeutende regionaltypische Bauschöpfung, die dem Landschaftsbild eine besondere Prägung geben. Einer davon ist der unter Denkmalschutz stehende Gutshof des Bistums Linz aus dem 15. Jahrhundert, der 25 Jahre lang ungenutzt und dem Verfall preisgegeben war. Um den Stiftshof zu revitalisieren und wieder sinnvoll zu nutzen, entstand die Idee, daraus ein Gemeinschaftswohnprojekt zu machen. Auch wenn es positiv ist, dass auf sparsamen Energieverbrauch immer mehr geachtet wird, wird doch allzu oft auf die soziale Wärme vergessen und es werden hauptsächlich Wohnblöcke ohne Begegnungszonen errichtet. Um beidem Rechnung zu tragen, wurde ein Projekt entworfen, das sowohl auf die Umwelt als auch auf das Bedürfnis nach Gemeinschaft Rücksicht nimmt. Es ist ökologisch sinnvoller, bestehende Gebäude zu nutzen als neue zu bauen. Man braucht keine neue Infrastruktur, kann bestehende Ressourcen nutzen und benötigt keine zusätzliche Fläche. Das vormals landwirtschaftliche Kulturgut ist nun Heimat für 20 Familien geworden. Mit der Glasüberdachung des Innenhofes entstand im Herzen des Hauses ein 450 m2 großer attraktiver Gemeinschaftsraum für die Bewohner des Hauses. Ein Drittel der Glasfläche kann elektrisch bewegt werden, um Überhitzung im Sommer zu vermeiden. Gleichzeitig ist der Hof jetzt auch ein riesiger Sonnenkollektor, wobei die alten Umfassungsmauern als Speichermasse dienen. Mit der Strahlungswärme der Hüllflächenheizung des alten Mauerwerks wird ein hohes Behaglichkeitsgefühl mit geringstem Energieaufwand erzielt. Der Kühleffekt des massiven historischen Mischmauerwerks aus Bruchstein und Tonziegel wird im Sommer ohne Einsatz von Energie erreicht. Weitere positive Effekte dieses Vorzeigeprojekts sind, dass der Zusammenhalt gefördert wird, was in einer alternden Gesellschaft mit schwer finanzierbaren Sozialkosten dringend notwendig ist. Eine Alternative gegen Zersiedelung wird geboten und das Zusammenrücken der Behausungen spart zusätzlich Energie.

  • Denkmalschutz & Umweltschutz vereint in einem Projekt
  • 600-jähriger Vierkanthof wurde ökologisch saniert
  • Gemeinschaftswohnprojekt für 20 Familien
  • Glasüberdachter Innenhof wurde zum Gemeinschaftsraum
  • Kühleffekt des Gebäudes wird ohne Energieeinsatz genutzt



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Umweltschutz als Erfolgskonzept

Einreicher: Zotter Schokoladen Manufaktur GmbH
Bundesland: Steiermark

Die Zotter Schokoladen Manufaktur produziert seit 1999 Schokolade und hat sich zum Ziel gesetzt, ökologisch und umweltfreundlich zu wirtschaften sowie Ressourcen zu schonen. Dabei verfolgt Zotter ein ganzheitliches Konzept, das von 100% bio und Fairtrade über Ökostrom bis hin zur Kommunikation vor Ort in der Erlebniswelt reicht, wo jährlich an die 265.000 Besucher für Umweltschutz sensibilisiert und begeistert werden. Zudem hat Zotter durch den Rohstoffeinkauf ein riesiges Netzwerk, an dem tausende regionale und internationale Bio-Bauern beteiligt sind. Josef Zotter begann 2001 damit, in die Anbauländer zu reisen und den direkten Kontakt zu den Bauern zu suchen. Das Ziel war die Verbesserung ihrer Lebensqualität sowie auch der Rohstoffqualität. Die Stärkung kleinbäuerlicher Strukturen und eine partnerschaftliche Beziehung stehen dabei im Vordergrund. Um Transparenz und Nähe zum Kunden zu schaffen, wurden in der Manufaktur eine Verkostungsstation und ein Schoko-Laden-Theater eröffnet. Umwelt- und Klimaschutz hat bei Zotter in allen Bereichen Priorität. Alles wird am Standort in Österreich produziert, wo eigener Strom mit Photovoltaikanlagen erzeugt und der Reststrombedarf mit sauberem Öko-Strom gedeckt wird. Eine Elektro-Fahrzeug-Flotte und die Verwendung von Bio-Plastik runden das Konzept ab. Durch die Verwendung von ausschließlich Bioprodukten ist eine Umweltbelastung durch den Einsatz von Pestiziden ausgeschlossen. Darüber hinaus bildet die biologische Produktion ein Gesamtsystem der landwirtschaftlichen Betriebsführung und der Lebensmittelproduktion, das beste umweltschonende Praktiken, ein hohes Maß an Artenvielfalt, den Schutz der natürlichen Ressourcen und eine ressourcenschonende Produktionsweise einschließt. Die Lieferanten arbeiten in der kleinstrukturierten, extensiven Landwirtschaft, angefangen bei den Kakaokleinbauern (5 ha Flächen) bis zu den Tiroler Bio-Bergbauern, die die Bio-Milch für die Schokolade liefern. Durch die Verwendung von über 1 Million Liter Tiroler Bio-Bergmilch werden 800 ha Almfläche geschützt. Fairtrade-zertifizierter Kakao wird von Kleinbauern angebaut, zum Teil auch von indigenen Völkern mitten im Regenwald. Sie alle kultivieren Kakao nicht auf Plantagen, sondern in Mischkulturen gemeinsam mit anderen Pflanzen. Mischanbau ist eine ausgesprochen umweltschonende und extensive Agrarweise, die auf Artenvielfalt setzt. Der Kakao gedeiht einfach zwischen vielen anderen Pflanzen wie Pfeffer, Mango, Bananen und mehr, fast wie in einer intakten Natur. Es kommen keine Spritzmittel zum Einsatz und durch die natürlichen Schattenbäume ist keine intensive Bewässerung wie bei Monokulturen notwendig. Zudem fördert der faire Handel viele Umweltschutzprojekte wie Wiederaufforstungsprogramme im Regenwald sowie Programme zur Umweltbewusstseinsbildung der Mitglieder.

  • Fair gehandelte Bio-Schokolade seit 1999
  • Bewusstseinsbildung für Umweltschutz
  • Verwendung von Ökostrom und Elektro-Fahrzeugen
  • Schonender Kakaoanbau mitten im Regenwald
  • Förderung von anderen Umweltschutzprojekten



RedK – Reduzierende Kalzinierung anorganischer Karbonate in der Grundstoffindustrie

Einreicher: Technische Universität Graz / Institut für Chemische Verfahrenstechnik und Umwelttechnik
Bundesland: Steiermark

Derzeit trägt der industrielle Sektor zu mehr als einem Drittel zu den anthropogenen CO2-Emissionen bei. Die Verringerung der weltweiten CO2-Emissionen stellt eine der größten Herausforderungen für die globale Gesellschaft dar. Um eine signifikante Verringerung der CO2-Emissionen zu erreichen, bedarf es innovativer Denkansätze, speziell in emissionsreichen Industriesparten mit hohen Produktionsmengen, wie der Eisen- und Stahlindustrie. Innovative Prozessoptimierung, Prozessintensivierung und/oder CO2-Nutzungsansätze ermöglichen die Einsparung von direkten und indirekten CO2-Emissionen, wie sie bei der Aufbereitung von karbonatischen Metallerzen auftreten. Losgelöst von der konventionellen Technologie zur Dekarbonisierung (= Entfernung von CO2) ermöglicht ein neuartiger, unkonventioneller Ansatz, basierend auf dem Konzept der „Cross Over Reactions“, die Betriebsbedingungen in Röst- und Kalzinierprozessen grundlegend zu verändern. Ziel des vorliegenden Projekts war es, die Betriebsbedingungen des Röst-/Kalzinierprozesses dahingehend zu verändern, dass das Entfernen von CO2 nicht unter oxidierenden, sondern unter reduzierenden Bedingungen in Wasserstoffatmosphäre erfolgt. Dabei kann das CO2 zu Kohlenwasserstoffen, wie beispielsweise Methan, reduziert werden und der ursprünglich endotherm ablaufende Vorgang, der nur unter erheblicher Zufuhr von Energie abläuft, wird mit dem Energieträger Wasserstoff in einen exothermen Vorgang, bei dem Wärme freigesetzt wird, überführt. Dieser Prozessschritt kann auch als Speicherung des erneuerbar generierten Energieträgers Wasserstoff in Form von Kohlenwasserstoffen betrachtet werden. In der Eisen- und Stahlerzeugung könnte das Konzept der Reduktion von Metallkarbonaten mit Wasserstoff einen Quantensprung bedeuten, da es eine direkte Reduktion von karbonatischem Eisenerz bis zum metallischen Eisen ermöglicht, ohne das abgestreifte CO2 zu emittieren. Die Anwendung des Konzeptes ist nicht auf Eisenkarbonat beschränkt, sondern auf zahlreiche Metallkarbonate übertragbar.

  • Innovation in der Eisen- und Stahlindustrie
  • Änderung der Reaktionsbedingungen von Eisenkarbonat
  • Freigesetztes CO2 wird zu anderen Stoffen reduziert
  • Energiebedarf wird durch veränderte Bedingungen reduziert
  • Drastische Senkung der CO2-Emissionen



Spannungsfeld Lebensraum am Beispiel Mauracher Hof

Einreicher: Bio-Hofbäckerei Mauracher GmbH
Bundesland: Oberösterreich

Der Mauracher Hof steht für eine aktive biologische Landwirtschaft und eine ökologische Wirtschaftsweise. Familie Eder mit ihren über 70 Mitarbeitern lebt und arbeitet im Einklang mit der Natur und den natürlichen Kreisläufen. Unter dem Motto “Leben am Land – Leben vom Land – und das mit besonderer Rücksicht“ wird am Mauracher Hof bereits seit fast 40 Jahren die Landwirtschaft biologisch geführt. Zudem wurde in den letzten 27 Jahren aus einer lebendigen Backtradition am Hof eine moderne Bio-Hofbäckerei mit vielfältigem Sortiment. Am Hof befindet sich eine eigene Mühle und die Kunden in Österreich, Bayern und Tschechien werden durch ein eigenes Logistiksystem beliefert. Insgesamt werden 1500 ha biologisch bewirtschaftet und täglich Produkte für über 10.000 Menschen erzeugt ohne die Natur zu beeinträchtigen. Durch die Verwendung von alten Getreidesorten und die lange Teigführung sind die Produkte für den menschlichen Körper besonders bekömmlich. Das ganzheitliche Betriebskonzept beinhaltet auch umweltfreundliches Heizen, Kühlung, Treibstofferzeugung, Stromerzeugung sowie die Verwendung von ausschließlich altem Saatgut. Geheizt wird mit Holz vom Hof und aus der Region, womit ein Ofen mit Wärmetauscher betrieben wird, der gleichzeitig die Backöfen beheizt. Durch ein intelligentes Energiemanagementsystem können jährlich 30% Hackgut eingespart werden. Weiters wird durch diese Form des Heizens auf über 200.000 l Heizöl jährlich verzichtet. Die Kühlung mit CO2 und Ammoniak als Klärmittel und Salzsole als Kälteträgermedium spart weitere zwei Drittel an Energie. Eine hauseigene Photovoltaikanlage mit einer Gesamtleistung von 200 kWp deckt einen großen Teil des Strombedarfs. Der Treibstoff für den Transport der erzeugten Backwaren wird durch eine Biogasanlage hergestellt, in der Stallmist und organische Reststoffe verwertet werden. Was das Saatgut betrifft, so werden ausschließlich alte Getreidesorten angebaut und in den Produkten verarbeitet – Hybridzüchtungen kommen nicht in Frage. Gemeinsam mit weiteren Spezialisten wird Saatgutpflege nach biologischen Grundsätzen betrieben. Dabei werden aus einer Ernte die jeweils besten Pflanzen ausgewählt und vermehrt. Diese Sorten werden in unterschiedlichen Klimaverhältnissen gesund und ertragreich trainiert. Weiters wird viel Wert auf Offenheit und Transparenz gelegt, da der Mauracher Hof für Besucher offen ist. Wissen wird nicht nur in dieser Form weitergegeben, sondern auch durch Aktivitäten in Bio-Verbänden und Netzwerken. Bewusstseinsbildung wird hier aktiv gelebt!

  • Biologische Landwirtschaft auf 1500 ha
  • Regionale Arbeitsplätze für über 70 Menschen
  • Leben im Einklang mit der Natur
  • Umweltfreundliche Heizung und Kühlung
  • Bio-Hofbäckerei versorgt 10.000 Menschen täglich





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