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ENERGY GLOBE Austria 2018

Kategorie Feuer


Kategoriesieger

Energieinsel Landskron

Einreicher: Energieinsel Landskron GmbH
Bundesland: Kärnten

Bereits im Jahr 2013 begann die Planung für ein ökologisches Wohnprojekt im Villacher Stadtteil Landskron. Seit Mai 2016 entstehen dort 11 Wohnblöcke mit insgesamt 215 Wohneinheiten, die heuer fertiggestellt werden. In der Wohnanlage steht den Bewohnern eine in der Region hergestellte E-Tankstelle sowie ein Carsharing-Fahrzeug zur Verfügung. Die Energieversorgung des Wohnparks erfolgt so weit wie möglich autark. Energie liefern Naturstrom-Anlagen sowie modernste solarthermische Anlagen. Mit der Einbindung in das Netz eines öffentlichen Anbieters ist auch die Versorgungssicherheit jederzeit gewährleistet. Zur Versorgung von rund 24.000 m² Wohn- und Geschäftsfläche wurde eine Solaranlage mit 1.000 m² Hochleistungskollektoren samt Pufferspeicher mit 68.000 Liter errichtet. Diese dient zur Unterstützung der Nahwärmeversorgung für die Energieinsel Landskron und produziert jährlich rund 40% der benötigten Wärme für die Wohnanlagen. Die Solaranlage arbeitet in Kombination mit Wärmepumpen, die künftig von einer eigenen Wasserkraftschnecke im nahen Ossiacher Seebach angetrieben werden. Fehlende Wärme wird von der Fernwärme Villach ergänzt, in die auch Wärme rückgespeist werden kann. Besonders innovativ an diesem Projekt ist die Effizienzsteigerung durch ein eigenes Niedertemperaturnahwärmenetz mit einer Vorlauftemperatur von 60°C und einem Rücklauf unter 30°C. Dies wurde durch eine energieeffiziente Bauweise in Verbindung mit einer Fußbodenheizung und Frischwasserlademodulen erreicht. So kann auch bei wenig Sonne die maximale Effizienz in der Wärmeversorgung erreicht werden. Die zukünftigen Bewohner erfreuen sich nicht nur an einer liebevoll angelegten Anlage mit vielen Grünflächen, sondern können auch in dem Wissen einziehen, dass sie zum Umweltschutz beitragen. Neben der ökologischen Wärmeversorgung profitieren sie von Elektromobilität vor der Haustüre, angetrieben durch heimische Kleinwasserkraft. Ein weiterer Vorteil ist die faire Preisgestaltung durch langfristige Indexbindung.

  • Umweltfreundliche Wohnanlage für 700 Menschen
  • Ökologische und komfortable Wärmeversorgung
  • Elektromobilität vor der Haustüre
  • 1000 m² Solarkollektoren mit Pufferspeicher
  • Effizienzsteigerung durch Niedertemperaturnahwärmenetz



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Das Haus als Energiespeicher - von der Forschung zur Systemlösung!

Einreicher: ARGE Bauteilaktivierung
Bundesland: Salzburg

Es ist eine große Herausforderung, die höchst volatilen alternativen und regenerativen Energieformen zu speichern, um einen zeitlichen Ausgleich zwischen dem Energieangebot und dem tatsächlichen Bedarf zu schaffen. Am Gelände der Bauakademie Salzburg wurde intensiv daran gearbeitet, Gebäude als Energiespeicher nutzbar zu machen. Der Forschungskubus wurde zwei Jahre lang von einem Forschungsteam der TU Wien wissenschaftlich untersucht. Mehr als 150 Messfühler lieferten eine Unzahl an Daten, welche letztendlich zur Entwicklung eines Rechenkernes zur Simulationsberechnung von Gebäuden als Energiespeicher führten. In Planung und Umsetzung wurde das Forschungsteam begleitet von der ARGE Bauteilaktivierung sowie dem Salzburger Unternehmen FIN – Future is Now GmbH. Mittlerweile ist der Stand der Technik derart ausgereift, dass Gebäude mit dieser Technologie vollsolar beheizt werden können. Zusätzlich wurde über weitere Forschungsprojekte die Möglichkeit geschaffen, überschüssigen Windstrom, aber auch Strom aus Photovoltaik-Überschussproduktion über das Haus als Speicher zu nutzen. Die durch den Klimawandel immer wichtiger werdende Gebäudekühlung wird durch die Bauteilaktivierung revolutioniert. Der Projektumfang entwickelte sich mit der Errichtung des Forschungsbaus vom Schneeball zur Lawine. Begleitend wurden von der ARGE Bauteilaktivierung Lehr- und Unterrichtsmittel zum Thema Bauteilaktivierung geschaffen. An den Bauakademien wurden begleitend Kurse für Poliere und Baufacharbeiter zu diesem Thema angeboten. Vor allem durch diese Arbeiten kam es erstmals zwischen der Bauindustrie, der Bauphysik und der Haustechnikplanung zu einer gemeinsamen Abwicklung von verschiedensten Nachfolgeprojekten. Aufgrund der vielen gewonnenen Erkenntnisse und Datenreihen wurde im Jahr 2015 in Zusammenarbeit mit dem BMVIT und Stadt der Zukunft ein Planungsleitfaden über die thermische Bauteilaktivierung herausgegeben. Das Buch ist mittlerweile in ganz Österreich für Baufachleute, Planungsbüros oder Bauträger verfügbar. 2017 wurde der Leitfaden ins Englische und Kroatische übersetzt und in den jeweiligen Sprachräumen zur Verfügung gestellt. Im selben Zeitraum wurde mit den gleichen Projektpartnern und der W.E.B Windenergie ein höchst innovatives Projekt zur Verspeicherung von Windstromspitzen in Bauteilen während der Heizperiode umgesetzt. So wird überschüssiger Windstrom über eine Wärmepumpe in das Haus als Speicher eingebracht. Der hohe Innovationsgrad dieses Windüberschuss-Projektes führte mittlerweile dazu, dass in Wien ein Wohnbauträger eine Wohnsiedlung mit 158 Wohnungen mit diesem System umsetzen lässt. In Wien entsteht gerade ein Bildungscampus mit 20.000 m² und in Sommerein ein Wohnbauprojekt mit 8.400 m².

  • Gebäude werden als Energiespeicher genutzt
  • Rechenkern zur Simulationsberechnung
  • Bauteilaktivierung revolutioniert die Gebäudekühlung
  • Planungsleitfaden für thermische Bauteilaktivierung
  • Führte zur Umsetzung von vielen ökologischen Bauprojekten



Transformation der thermischen Energiesysteme in der Brauerei Murau

Einreicher: Brauerei Murau eGen
Bundesland: Steiermark

Im Jahr 2013 beauftragten die Stadtwerke Murau gemeinsam mit der Brauerei Murau eGen die Krones AG mit der Umstellung der Energieversorgung eines ölbeheizten Dampfkessels auf umweltschonende Nahwärme. Ziel war neben einer nachhaltigen Bereitstellung der Wärme und der Verwendung von zu 100% regenerativ erzeugter Energie das klare Bekenntnis zur Energiebereitstellung aus der Region mit regionaler Wertschöpfungskette. Zusätzlich wurden Energieeinsparungen durch die Rekuperation von Wärmeenergie angestrebt. Mit der in Murau erfolgten Umstellung der Wärmeerzeugung ging eine Absenkung der Heizmitteltemperatur von 160°C auf unter 115°C einher. Diese Niedertemperaturprozesswärme führt neben der umweltschonenderen Nahwärmeversorgung zu mehreren Vorteilen. Denn bei der konventionellen Wärmeversorgung muss Wärme in Form von Dampf oder Hochdruckheißwasser mit 130-160°C bereitgestellt werden. Dies führt neben hohen Abgasverlusten auch zu hohen Verlusten in der Anlage. Mit der Abschaltung des mit Öl beheizten Kessels werden jährlich nicht nur an die 700.000 l Heizöl gespart, sondern auch alle am Kessel auftretenden Verluste abgestellt. Herzstück des neuen Systems ist der 110 m³ große Schichtenspeicher, von dem aus die einzelnen Energieverbraucher mit der exakt benötigten Temperatur versorgt werden. Durch die effiziente und optimale Temperatur konnte der Gesamtenergiebedarf pro Hektoliter um über 28% gesenkt werden. Neben diesen beachtlichen Einsparungen sorgt die Zusammenarbeit mit dem regionalen Energielieferanten für eine in der Region geschlossene Wertschöpfungskette. Mit den erzielten Energieeinsparungen sowie der Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen stellt die Niedertemperaturbrauerei Murau ein beispielhaftes und regional nachhaltiges Wirtschaftsprojekt dar. Ein Novum des Projekts steckt auch in der Finanzierung. Der Umbau zur Niedertemperaturbrauerei wurde zur Gänze von den Stadtwerken Murau finanziert. Im Gegenzug erklärte sich die Brauerei bereit, die gesamte im Betrieb anfallende Prozesswärme in den kommenden 15 Jahren ausschließlich von den Stadtwerken zu beziehen. Diese Wärme wird zu 100% aus Waldresthölzern, welche ausschließlich aus der Region Murau stammen, erzeugt. Unsere Umwelt wird geschont und zusätzlich profitieren beide Vertragspartner von dieser gemeinschaftlichen Projektverwirklichung.

  • Umbau zur Niedertemperaturbrauerei
  • Finanzierung durch die Stadtwerke Murau
  • Regionale Wertschöpfungskette wurde geschaffen
  • Keine Energieverluste mehr
  • Einsparung von 700.000 l Heizöl jährlich





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