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ENERGY GLOBE Austria 2018

Kategorie Jugend


Kategoriesieger

Plastiktaschen RAUS - Stofftaschen REIN

Einreicher: Jugendteam der Walserbibliothek Raggal
Bundesland: Vorarlberg

Das Jugendteam der Walserbibliothek Raggal besteht aus 10 Mädchen zwischen 8 und 17 Jahren. Einige davon sind ausgebildete Klimabotschafter. Bereits in der Vergangenheit wurden kleinere und größere Umweltprojekte durchgeführt. Zudem ist die Walserbibliothek im Biosphärenpark Großes Walsertal beheimatet und mit den anderen Walser Bibliotheken in den weiteren 5 Gemeinden eng vernetzt. Das Große Walsertal hat 6 Kleingemeinden und ca. 3400 Einwohner. Wie überall wurden auch in den Geschäften im Großen Walsertal Plastiktaschen ausgegeben und waren weit verbreitet. In Österreich werden jährlich 350 Millionen Plastiktaschen verbraucht, nachdem sie durchschnittlich 30.000 km zurückgelegt haben und nach kurzer Verwendung weggeschmissen werden. Laut Umweltministerium werden jährlich 7000 Tonnen Plastiksackerl in Umlauf gebracht. Bewusstsein dafür, was hinter der Produktion, dem Verbrauch und vor allem den Folgen von Plastiktaschen steckt, ist so gut wie nicht vorhanden – auch nicht im Biosphärenpark. Deshalb machte es sich das Jugendteam zur Aufgabe, das Problem mit den Plastiktaschen auch im Biosphärenpark Großes Walsertal bewusst zu machen und etwas dagegen zu unternehmen. Projektunterstützer wie die Walser Bibliotheken mit ihren Jugendteams, das e5-Energieteam GWT und die Regio GWT konnten dafür gewonnen werden. Mit einer zuvor erstellten Unterstützungserklärung besuchten die Jugendteams alle Geschäfte im Großen Walsertal. Dabei erklärten sie das Projektziel und alle Geschäfte verpflichteten sich, in Zukunft auf Plastiktaschen zu verzichten und auf Alternativen umzusteigen. Bei Firmen wurden Altstoffe und auf Flohmärkten gebrauchte Kleidung gesammelt. Daraus wurden mit Anleitung einer Maßschneiderin die ersten Stofftaschen durch die Jugendlichen selbst angefertigt. Ein Logowettbewerb ergab coole Sprüche als Markenzeichen für die Stofftaschen. Für die Produktion von 500 Stofftaschen wurde die Lebenshilfe Vorarlberg in einem Inklusionsprojekt mit Jugendlichen gewonnen. Weitere 800 Taschen wurden durch freiwillige Näherinnen produziert. Hier wurde auch der soziale Charakter des Projektes sichtbar – alle halfen mit! Die handgefertigten Stofftaschen wurden durch die Jugendteams der Walser Bibliotheken persönlich in allen 6 Gemeinden des Biosphärenparks mit einem Informationsfolder gratis zugestellt. Die Jugendlichen haben mit viel Engagement und Begeisterung dieses Projekt erarbeitet und durchgeführt. Innovativ dabei ist, dass die Idee im Kleinen entstanden ist und es geschafft wurde, dass schlussendlich alle Menschen im Biosphärenpark in irgendeiner Form das Projekt unterstützen. Der Verkaufserlös der Taschen fließt wieder in die Produktion. So wird die Weiterführung des Projektes gesichert und die Nachhaltigkeit sichergestellt.

  • Eine kleine Idee motiviert eine ganze Gemeinde
  • Jugendteam bestehend aus 10 Mädchen
  • Verzicht auf Plastiktaschen im gesamten Großen Walsertal
  • Produktion von über 1000 Stofftaschen
  • Nachhaltigkeit durch Crowdfunding und ehrenamtliche Unterstützer



weitere Nominierte:

Sommercamp „Feuer und Flamme“ – Heizen und Wärme - von den alten Römern bis in die Gegenwart

Einreicher: Energiepark Bruck/Leitha
Bundesland: Niederösterreich

Die Region Römerland Carnuntum liegt südlich der Donau zwischen Wien und Bratislava. Im Jahr 2000 wurden durch den Energiepark Bruck/Leitha die ersten Windräder in der Region errichtet. Seither hat sich die ganze Region zu einem der wichtigsten Windkraftgebiete Österreichs entwickelt und ist schon länger Nettoexporteur für Ökostrom. Die Quote für erneuerbare Energie im Wärmebereich liegt bei ca. 35%. Um die Transformation des Wärmesektors (speziell im Privatbereich, Stichwort „Ölheizung“) auf erneuerbare Energiequellen zu unterstützen, wurde „Wärme & Heizen“ als thematischer Rahmen für die Entwicklung des Sommercamps „Feuer & Flamme“ gewählt. Die Bewusstseinsbildung speziell bei Kinder und Jugendlichen ist ein sehr wichtiges Element auf dem Weg in eine erneuerbare Energiezukunft. Der Energiepark Bruck/Leitha kann in diesem Umfeld schon auf zahlreiche Aktivitäten in der Vergangenheit zurückschauen und weiß um die Wichtigkeit der unmittelbaren, spielerischen Vermittlung von Themen rund um die erneuerbaren Energien. Das Sommercamp für 8- bis 12-jährige fand in der funktionstüchtigen Thermenanlage in der Römerstadt Carnuntum statt. Um das Thema „Wärme & Heizen“ mit der Gegenwart zu verbinden, lag der Fokus auf Biomasseheizungen. Neben der Thermenheizung stellvertretend für die Antike wurden die am Gelände befindliche, moderne Pelletheizung und die Nahwärmenanlage Rohrau im Zuge des Programms besichtigt. Ein kurzer Grundlagenworkshop, Experimente, Lehrfilme und interaktive Spiele zum Klimaschutz sowie eine Exkursion in die Petroneller Au umspannten den Bogen der fachlichen Wissensvermittlung. Das Sommercamp wurde als eintägiges Camp für Schulklassen und als dreitägiges Feriencamp im Zeitraum Juli – September 2017 angeboten. Der innovative Kern dieses Camps war die Zusammenführung von Vergangenheit und Gegenwart. Die ausgeklügelte, in Betrieb befindliche römische Thermenheizung war das Highlight des Programms, anhand derer man sehr schön die Elemente einer Heizung erklären und erleben konnte. Dadurch konnte man auch die Parallelen und Unterschiede zu einem modernen Heizsystem gut darstellen. Die Auseinandersetzung mit den nötigen Ressourcen (Brennholz) und deren Verfügbarkeit hatte aber auch eine bewusst kritische Note, da die alten Römer beispielsweise Raubbau an den Donauauen betrieben. Das Camp fand großen Anklang bei den Kindern und Jugendlichen.

  • Sommercamp für 8- bis 12-jährige in der Römerstadt Carnuntum
  • Kindgerechte Aufbereitung des Themas „Heizen und Wärme“
  • Funktionierende römische Thermenheizung diente zur Veranschaulichung
  • Kritische Auseinandersetzung mit Raubbau an der Natur
  • Spielerischer Zugang zu erneuerbaren Energien



1. Tiroler Kinder-Klimakonferenz

Einreicher: Energie Tirol für TIROL 2050 energieautonom
Bundesland: Tirol

Energie und Klimaschutz betreffen uns alle. Die Energiewende wird kommen und vor allem für die nächsten Generationen große Veränderungen bringen. Bis zum Jahr 2050 will Tirol energieautonom werden. Ein wichtiger Aspekt ist dabei vor allem die Bewusstseinsbildung der „Verbraucher von morgen“ im Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Das Programm der Tiroler Landesregierung TIROL 2050 energieautonom hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, die junge Generation verstärkt in das Thema der Tiroler Energieunabhängigkeit einzubinden. Unter dem Titel „Energiebündel – Jetzt reden wir“ fand im Juni 2017 die 1. Tiroler Kinder-Klimakonferenz statt. Dabei bekamen 350 Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit, aktiv zur Gestaltung der Tiroler Energieautonomie beizutragen. In mehreren Workshops haben sich die Kinder vorab damit beschäftigt, wofür Energie im täglichen Leben eingesetzt wird, welche Energieträger in Tirol und weltweit zum Einsatz kommen und welche für die Zukunft entwickelt werden. Die Ideen und Visionen der Kinder wurden zudem auf einem Holzpuzzleteil handwerklich umgesetzt. Am Konferenztag selbst tauchten die Kinder in Form von Erlebnisworkshops spielerisch in weitere Themen der Energieunabhängigkeit ein. Während einige Schüler auf einer Brachfläche 100 Pflanzen setzten, haben sich andere Möglichkeiten für den Schutz der Bienen überlegt und wieder andere suchten nach heimischen Lebewesen am nahegelegenen Bach. Gestärkt durch ein vegetarisches, saisonales und regionales Mittagessen waren die Kinder dann überaus motiviert, ihre meterlange Liste aller Punkte und Forderungen an die Politik zu überreichen. „Exotische Früchte gibt es bei uns nicht. Deshalb müssen sie von weit hertransportiert werden und das schadet der Umwelt. Wir, die Volksschule Prutz, wollen ein Gewächshaus bauen, in dem wir Bananen, Kiwis und Ananas anbauen. Das Gewächshaus soll mit Solarenergie betrieben werden.“ Das war eine der vielen Forderungen, die die Kinder einbrachten und mit der sie einen Teil der Konferenz gestalteten. Alle Klassen bekamen die Möglichkeit, ihre Visionen in die Veranstaltung einfließen zu lassen und sie zu ihrem persönlichen Event zu machen. Über die Kreativität und Offenheit der Kinder konnten die Erwachsenen nur staunen. Die Kinder wurden dazu angeregt, in Utopien zu denken – es ging nicht darum, sich Dinge zu wünschen, die heute schon realistisch oder einfach umsetzbar sind, sondern um visionäre Gedanken. Forderungen wie PV-Paneele auf allen Seilbahnkabinen oder Gewächshäuser für exotische Früchte mögen etwas absurd klingen, aber man weiß nicht, was die Zukunft bringt. Vielleicht können solche Ideen als Inspiration für ähnliche, aber einfacher umsetzbare Ideen dienen. Die Inhalte werden im Landtag weiterbearbeitet und sind somit von großer Bedeutung für die Zukunft Tirols und die der jüngsten Generation.

  • 1. Tiroler Kinder-Klimakonferenz
  • Erlebnisworkshops zur Energieunabhängigkeit
  • 350 junge Teilnehmer brachten ihre Ideen ein
  • Visionäre Ideen für den Klimaschutz
  • Vorschläge werden im Landtag bearbeitet



Energiemeisterschaft in Lustenauer Kindergärten

Einreicher: Marktgemeinde Lustenau
Bundesland: Vorarlberg

Die Marktgemeinde Lustenau stellt sich seit vielen Jahren erfolgreich den Herausforderungen des Klimaschutzes. Bereits vor 25 Jahren wurde eine eigenständige Umweltabteilung gegründet, kurz darauf der Lustenauer Umweltpreis für engagierte Bürger eingeführt. Auch der Sitz der ältesten Energieberatungsstelle Vorarlbergs befindet sich in Lustenau. Ein weiterer Schritt war der Beitritt zum e5-Landesprogramm für energieeffiziente Gemeinden 2006 und das Bekenntnis zur Energieautonomie Vorarlberg. Die e5-Gemeinde Lustenau hat es geschafft, in nur 10 Jahren die kommunalen CO2-Emissionen um mehr als die Hälfte zu verringern. Erreicht wurde dieses Ergebnis durch vorbildliche Gebäudesanierungen, die Errichtung eines Biomasse-Nahwärmenetzes und den Umstieg auf Ökostrom. Auch die Kleinsten werden in die Umweltschutzbemühungen schon eingebunden. Die Kindergärten der Marktgemeinde Lustenau zeigten im Rahmen der Energiemeisterschaft 2016/2017, dass Energiesparen kinderleicht ist. Alle elf Kindergärten mit ihren Pädagoginnen und Kindern widmeten sich ein Jahr lang der Themenwelt Energie. Neben den Einsparungen stand vor allem die Bewusstseinsbildung der 90 Pädagoginnen, 550 Kinder und Eltern im Vordergrund der Energiemeisterschaft. Das Projekt wurde gemeinsam mit dem Energieinstitut Vorarlberg konzipiert und umgesetzt. Es beinhaltete neben einem pädagogischen Begleitprogramm für die Jüngsten auch eine Vor-Ort-Energieberatung für alle Kindergärten, Exkursionen ins Naturgut Ophoven und die essbare Stadt Andernach, sowie eine Start-, Zwischen- und Endveranstaltung. Insgesamt konnten 101.700 kWh Wärme und Strom sowie 160 m³ Wasser eingespart werden, was umgerechnet rund 7.000 Euro entspricht. Die Kindergärten wurden mit 50% an den Einsparungen beteiligt. Auch andere Gemeinden sind auf die Energiemeisterschaft aufmerksam geworden. Inspiriert von diesem Projekt werden zwei Vorarlberger Gemeinden die Meisterschaft im kommenden Kindergartenjahr durchführen.

  • Energiemeisterschaft für 11 Kindergärten
  • 90 Pädagoginnen, 550 Kinder und deren Eltern waren beteiligt
  • Einsparungen von über 100.000 kWh und 160 m³ Wasser
  • Zwei Gemeinden wurden von diesem Projekt inspiriert
  • Begleitprogramm, Energieberatung und Exkursionen





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