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ENERGY GLOBE Austria 2019

Sieger in der Kategorie Sustainable Plastics

NULL - MÜLL - KONZEPT FÜR WASCH- UND REINIGUNGSMITTEL

Einreicher: Uni Sapon GmbH
Bundesland: Vorarlberg

Die Uni Sapon GmbH ist ein kleiner Familienbetrieb aus Vorarlberg, welcher bereits seit 1984 ökologische Wasch- und Reinigungsmittel entwickelt und erzeugt. Neben der Verwendung nachhaltiger Rohstoffe hat sich der Firmengründer Franz Reichart bereits damals mit dem Thema Müllvermeidung beschäftigt, einem Thema, welches in den frühen 1980er Jahren noch kaum Beachtung fand. In zahlreichen Vorträgen warnte er schon damals eindringlich, dass unsere Erde „bald im Plastikmüll ersticken wird“. Wie sich heute zeigt, waren seine Befürchtungen begründet. Der Betrieb gibt daher sein Bestes, um dem entgegenzutreten. Aus vier Reinigungsprodukten kann der Kunde im Baukastensystem alles zusammenmischen, was er im Haushalt braucht. Diese Reiniger sind Konzentrate, welche der Kunde selbst mit Wasser verdünnt. Eine Flasche Konzentrat ergibt durch Zugabe von Wasser 125 Sprühflaschen Glas- und Fensterreiniger. Dadurch können Unmengen an Plastikflaschen eingespart werden, die nicht im Müll landen oder transportiert werden müssen. Der Grundgedanke ist, dass Kunden Wasser zuhause haben – wozu es um die halbe Welt transportieren? Sobald das Konzentrat leer ist, kann der Kunde entweder zu einer Nachfüllstation gehen und seine Flasche wieder befüllen oder sich einen Nachfüllpack besorgen. Alle Nachfüllkanister können wieder an den Betrieb retourniert werden, wo sie gereinigt und wieder befüllt werden. Derzeit sind 62 Nachfüllstationen im Einsatz, an denen die Originalgebinde wieder aufgefüllt werden können. Dadurch konnten in den letzten zwei Jahren mehr als eine Million Plastikflaschen eingespart werden. Da Uni Sapon mit Ultra-Konzentraten arbeitet, wird auch das Transportvolumen auf ein Minimum reduziert und somit entstehen weniger CO2-Emissionen. 2017 wurden die 500-ml-Flaschen auf 100% PCR (post consumer recyclate) umgestellt und somit aus recycelten PET-Flaschen hergestellt. Was als kleines Projekt eines Visionärs begann, wird heute erfolgreich im gesamten deutschsprachigen Raum umgesetzt und mittlerweile gibt es auch Anfragen aus anderen europäischen Ländern und sogar aus Asien.

  • Uni Sapon GmbH erzeugt ökologische Wasch- und Reinigungsmittel
  • Eine Flasche Konzentrat ergibt 125 Sprühflaschen Reiniger
  • Flaschen können bei einer Nachfüllstation wiederbefüllt werden
  • Einsparung von mehr als einer Million Plastikflaschen
  • Nachfüllkanister können an die Firma retourniert werden



Nominiert in der Kategorie Sustainable Plastics

FEINKOST-TABLETTS STATT WURSTPAPIER

Einreicher: SPAR Österreichische Warenhandels AG
Bundesland: Steiermark

Der Einkauf von Wurst, Käse und Fleisch an der Bedientheke der SPAR-Supermärkte spart im Vergleich zur Selbstbedienung Plastikverpackungen ein. Jedoch ist für den Transport von frisch aufgeschnittener Feinkostware immer noch plastikbeschichtetes Papier nötig. Papier allein würde mit der Ware zusammenkleben und diese ungenießbar machen. Kunden, die auch das beschichtete Verpackungspapier einsparen möchten, konnten bisher jedoch keine eigenen Boxen von zu Hause mitbringen. Strenge Hygieneauflagen seitens der Lebensmittelinspektion verhinderten die Annahme von Kundenboxen im Hygienebereich der Feinkost. Boxen von Kunden, die möglicherweise mit Keimen belastet sein könnten, dürfen nicht in Berührung mit Einrichtung, Waage oder Besteck der Feinkost-Abteilungen kommen. SPAR möchte Verpackungen dort einsparen, wo es ohne Nachteile für Produkthaltbarkeit und -hygiene Sinn macht. Mit dieser Motivation hat SPAR eine Tablett-Lösung in drei steirischen Testfilialen eingeführt, die in Deutschland bereits bei einem Lebensmittelhändler im Test ist. Ziel ist es, bis auf das nötige Waagenetikett, die gesamte Einwegverpackung einzusparen. Die Innovation daran ist nicht so sehr das Tablett, sondern der Prozess, der hygienischen Anforderungen entspricht und Verpackungsmüll vermeidet: Die Kunden legen die saubere Box geöffnet auf das bereitgestellte Tablett. Der Mitarbeiter stellt das Tablett mit der Box auf die Waage und füllt das gewünschte Produkt in die Box, ohne diese dabei zu berühren. Die Kunden erhalten die Box wieder am Tablett über die Theke gereicht, verschließen und bekleben sie selbst mit dem Etikett. Wenn der Test erfolgreich von Kunden angenommen wird und von der Lebensmittelinspektion aus hygienischer Sicht weiterhin keine Einwände bestehen, könnte diese Lösung österreichweit eingesetzt werden.

  • Bedientheke im Supermarkt spart Plastikverpackung ein
  • Tablett-Lösung ermöglicht die Verwendung von Kundenboxen
  • Der Mitarbeiter kann die Box befüllen, ohne sie zu berühren
  • Testbetrieb in drei steirischen Filialen
  • Lösung kann österreichweit angewandt werden und Verpackungsmüll einsparen



ZKS - TRENNTECHNIK

Einreicher: Montanuniversität Leoben – Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes
Bundesland: Steiermark

Der österreichische Bedarf an Kunststoffen lag 2014 bei etwa einer Million Tonnen, wovon wiederum knapp die Hälfte auf die Kunststoffsorten Polypropylen und Polyethylen, die sogenannten Polyolefine entfielen. Diese Polyolefine werden zu großen Teilen in der Verpackungsindustrie verwendet, haben somit eine vergleichsweise geringe Verwendungsdauer und bilden daher einen großen Teil der Kunststoffabfälle (2015 etwa 720.000 Tonnen), welche in Österreich jährlich anfallen. Nur etwa ein Drittel dieser Kunststoffabfälle können einem stofflichen Recycling zugeführt werden, die anderen zwei Drittel müssen thermisch als Ersatzbrennstoffe genutzt werden. Die große Problematik des werkstofflichen Kunststoffrecyclings liegt darin, dass bereits geringe Verunreinigungen eines Kunststoffes dessen physikalische Eigenschaften verändern können. Die Kunststoffabfälle müssten daher eine Sortenreinheit von 99% oder mehr aufweisen. Eine industrielle Aufbereitung der Kunststoffabfälle in einen derartig hohen Reinheitsgrad ist nur mit einem entsprechend hohen Kostenaufwand möglich. Ein in diesem Projekt entwickelter nass-mechanischer Trennprozess trennt aus kunststoffhaltigen Reststoffen über 90%ige Polyolefin-Konzentrate ab. Diese Konzentrate haben damit eine ausreichende Qualität, um einem rohstofflichen Recycling mittels des thermochemischen Konversionsverfahrens zugeführt zu werden. Somit können jährlich etwa zusätzliche 230.000 Tonnen an Kunststoffen einem rohstofflichen Recycling zugeführt werden, welche bisher nur thermisch verwertet werden konnten. Dadurch werden etwa 3% der eingesetzten fossilen Rohstoffe für die petrochemische Industrie ersetzt. Da bei der Verbrennung einer Tonne Kunststoff auch etwa 3 Tonnen CO2 freigesetzt werden, könnten so fast 700.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

  • Polyolefine bilden einen Großteil der Kunststoffabfälle
  • Nass-mechanischer Trennprozess ermöglicht hohe Sortenreinheit von Polyolefinen
  • 230.000 Tonnen Kunststoff können jährlich stofflich recycelt werden
  • Einsparung von 700.000 Tonnen CO2 pro Jahr
  • Einsparung von 3% der fossilen Rohstoffe für die petrochemische Industrie



 
 
 
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